Es lebe der Sport!..Nicht.

Alva´s Glitzerschuhbande 

„Warum wackeln deine Oberschenkel so beim Gehen, Mama?“, fragte unlängst meine Mittlere. Ich verdrehte die Augen. Ja warum eigentlich? Vielleicht weil ich fast vierzig bin, drei Schwangerschaften mit je 25 Kilo Gewichtszunahme hinter mir habe, und mich gelinde ausgedrückt nicht besonders gesund ernähre? Das hab ich ihr natürlich nicht geantwortet. Sondern: „Ich weiß es nicht, aber vielleicht sollte ich ein wenig Sport machen, das hilft sicherlich um die Muskeln zu stärken.“

Da gab es nur ein Problem. Der Herr Sport und ich, wir haben es nicht so miteinander. Das liegt aber nicht daran, dass ich ihm keine Chance geben würde. Immer wieder in regelmäßigen Abständen (ja, auch einmal im Jahr gilt als regelmäßig!!!!) fühle ich mich bemüßigt, mich in irgendeiner Form sportlich zu betätigen.

Einmal versuchte ich Zumba, weil mir alle meine Freundinnen so von dieser Bewegungsart vorschwärmten. Aber es war schnell klar, für koordinationsbefreite Menschen wie mich ist das nix. Und für die anderen die dann in der Gruppe sind, bin ich nix. Denn während alle brav nach rechts in die vorgegebene Position „zumberten“, sprang ich enthusiastisch in das „andere Rechts“. Das ist dann wie beim Donauinselfest gegen den Menschenstrom zu laufen, nur brutaler. Immer hab ich jemand angerempelt oder bin auf irgendwelche Zehen gesprungen. Nach der dritten Stunde habe ich es eingesehen und gab auf.

Auch bei Miss Sporty war ich Mitglied. Sogar ziemlich lange. Okay, okay, weil ich das Abmelden ständig vergaß. Aber das Herumhetzen im Kreis, beobachtet von den anderen Turnerinnen die verklärt lächelten, ging mir auf die Nerven. Außerdem wurde jedes noch so tolle Lied nach 30 Sekunden mit dem Satz „Bitte wechseln sie die Station“ unterbrochen. Ich meine wenn ich nicht einmal hier, beim Sport ein Lied ohne Unterbrechung hören konnte, wann dann?

Yoga (so man es zu Sport zählen wollte), war wegen mangelnder Koordination UND mangelnder Beweglichkeit absolut das Falsche.
Es war hoffnungslos. Ich musste mich anders salonfähig machen. Darum kaufte ich mir eine Dvd für zu Hause. „In 10 Minuten zur Traumfigur“.Ich wollte zeitsparend turnen. Ich stellte die Möbel unter den fragenden Augen meiner Kinder um und begann das Workout mit ihnen gemeinsam. Ok es war anstrengend, aber lustig und ich hielt durch. Nach den 10 Minuten dachte ich mir: „Siehst du, so außer Form bist du gar nicht!“ Bis ich merkte dass die Dvd weiterlief und ich gerade mal die 10 Minuten leichtes Stretching zum Aufwärmen hinter mir hatte. Die weiteren 10 Minuten schaffte ich nicht. Und wurde das Gespött meiner Kinder. („Schau wie da Mamas Popo wackelt.“ Und: „Hi hi, Mama rinnt schon ganz viel Schwitze die Stirn runter.“)

Gut. Aber ein allerletztes Mal wollte ich es noch versuchen. Im Urlaub. Da hatte ich auch keine Ausrede. Und obwohl rein zweckerfüllende und für mich sinnlose Tätigkeiten mir verhasst sind, quälte ich mich um 6 Uhr morgens in der kroatischen Landschaft, mit nichts als Musik und leichter Kleidung bewaffnet, trabend durch die Gegend. Langsam um die Fettverbrennung anzukurbeln und um überhaupt noch Luft zu kriegen.

Ich schaute alle 25 Sekunden auf die Uhr um die magische Grenze von 20 Minuten nicht zu verpassen, denn nur wenn man länger als diese Zeit lief, so hatte ich im Hinterkopf, wird das Glückshormon von dem alle Sportler so schwärmen ausgeschüttet. Dieses Hormon, dass dafür verantwortlich ist, diese Qualen nicht nur zu ertragen, sondern auch zu wiederholen. Ich lief, keuchte und außer eine Menge Schimpfwörter und Schweiß produzierte mein Körper scheinbar nichts. Ich hatte Gedanken wie: „Da wird bei mir ja mehr freigesetzt wenn ich meinen Kinder beim Spielen zusah, oder beim Essen, oder beim „Wasauchimmer.“ Ich lief aber trotzdem brav alle zwei Tage, damit ich mir selbst nicht mangelnde Konsequenz vorwerfen konnte. Es half nichts. Außer dass ich schon am Vorabend grantig wurde, weil in der Früh wieder ein Lauftraining anstand, tat sich weder in meiner Psyche, noch in meinem Hormonhaushalt etwas.

Ich beschloss das Thema nun ein für alle mal abzuschließen und es wie bisher zu handhaben. Ich tanze mit meinen Kindern, denen meine mangelnde Koordination nichts ausmacht. Ich springe mit ihnen herum, schwimme mit ihnen, trage alle Schultaschen und Roller und Einkaufssackerl und hoffe das reicht um meine Figur zu formen. Und wenn nicht, dann ist es mir ab jetzt auch egal! Und ich hoffe meinem Mann auch;-)

Bild: Susanne Binder

Hausfrauenqualitäten

Eva & Markus´ Ansichtssache

Eva:

Markus meint ich kann vieles gut. Kochen zählte er bislang aber definitiv nicht dazu. Diese Meinung ändert sich jetzt aber nach und nach. Ja, ich entwickle Hausfrauenqualitäten von denen wir vorher nichts ahnten. Ich koche, backe und staubsauge plötzlich und manchmal sogar gern. Wäschewaschen, -aufhängen und -zusammenlegen gehen praktisch von selbst. Bügeln habe ich auch wieder versucht, ist aber immer noch nichts für mich. Aber wer weiß, vielleicht wird auch das noch eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Vielleicht in Kombination mit Seifenopernschauen? Aber nur für ein Jahr. Denn dann darf Markus seine hausmännischen Talente in der Papa-Karenz unter Beweis stellen.

Markus:

Ich liebe Eva’s Suppen. Mann, sind die gut. Meine Frau ist eine wahre Suppenfee und ich meine sogar, sie könnte sich als Suppenköchin selbstständig machen. Unglaublich was man aus Zucchini, Kürbis, Karotten und anderem Grünzeugs, dem ich ja eher skeptisch entgegenstehe, alles zaubern kann. Einzig und allein der Verbrauch an Töpfen, Tellern und anderen Kochutensilien, die sie fürs Kochen braucht, grenzt meiner Meinung nach an heroische Verschwendung. Darum sträube ich mich auch gegen „Ich koche, du wäscht ab“, denn wenn ich koche, setzte ich unsere Küchengeräte sehr spartanisch ein. Daher gilt bei uns „Wer kocht, wäscht auch ab“. Auch sonst muss ich sagen, ist unsere Wohnung bei Eva in besten Händen und das, obwohl es nach Eva’s Aussage hier „besonders viel Staub“ gibt. Nur das Hemdenbügeln mag sie absolut nicht. Das Problem ist, ich auch nicht. Und wenn ich vorschlage, die ungebügelten Hemden ins Hotel Mama mitzunehmen, dann muss ich aufpassen, dass sie mir nichts entgegenschmeißt. Ich versteh das zwar nicht, halte meine Mutter aber seitdem da raus. Also muss ich meine Hemden selbst bügeln und das umgehe ich elegant, indem ich ganz selten welche anziehe. Ich trage sowieso lieber T-Shirts 😉

Summ, summ, summ Bienchen flieg nicht bei mir herum!!!

Alva´s Glitzerschuhbande 

Sie ändern sich ständig die Tierphobien meiner Töchter. Die Mittlere wird gerade sehr cool. Sie beobachtet mich in Situationen mit Tieren genau, wie ich reagiere. Und ist meine Reaktion mäßig bis nicht vorhanden, ignoriert sie das herangeflogene, herangelaufene oder herangekrabbelte Tier komplett und spielt weiter. Meine Kleinste hat neuerdings dafür panische Angst vor allem was fliegt. Und sie ist die Einzige, bei der ich sagen muss: Das hab definitiv ich verk*****. Und zwar so richtig.

Fürs Protokoll: Ich hasse Insekten und alles was fliegt und krabbelt. Aber trotzdem rette ich, wenn meine Kinder zusehen, todesmutig (so finde ich) alle Tiere. Nicht nur um zu zeigen, dass ich keine Angst habe, nein, sondern um zu demonstrieren wie furchtlos, frei von jeglichem Ekel und „so weiter“ ich bin. Im Urlaub trage ich die fettesten Käfer und Spinnen von für sie gefährlichen Stellen weg, nur um ein gutes Vorbild abzugeben. Doch muss ich mich, bevor ich mich durchringe die Tiere zu berühren und hochzuheben, immer sammeln und kurz tief durchatmen. Und diese, so dringend benötigte Zeit hatte ich nicht, als sich eine Erdwespe in der Sandkiste einen Zentimeter neben dem Auge meiner Jüngsten niederließ. Anstatt ruhig das Vieh zu verscheuchen hab ich in der Sekunde panisch losgeschrien, wild herumgefuchtelt und, in meiner Unkoordiniertheit und dem Versuch das fliegende Tier zu treffen und wegzuschießen, meiner Tochter unabsichtlich eine Watsche gegeben. Was hat die gebrüllt. Natürlich komplett zu recht. Und der „Pawlowsche Effekt“ ließ auch nicht lange auf sich warten. Fliegendes Tier=komplett hysterische Mutter=Watsche ins Gesicht. Dass ich sie danach ewig lange getröstet und gekuschelt habe, das hat sich nicht ins Gehirn verankert. Blöd. Ich hoffe es vergeht wieder. Sonst spar ich schon mal für die benötigte Therapie wenn sie groß ist. Denn nun schreit sie schon völlig panisch „Fliege husch, husch“, wenn wir uns die Schuhe anziehen, um in den Garten zu gehen.

Aber die „Fliegenpanik“ hat auch meine Größte. Und bei der ist mir nie so ein Fauxpas passiert. Wenn eine Obstfliege durchs Zimmer tuckert, schreit sie als hätte der Hunnenkönig zum Angriff geblasen. Im Urlaub am Pool wurde bei jeder sich nähernden Wespe gebrüllt als gäbe es kein morgen, dicht gefolgt von einem Kopfsprung ins Wasser ohne Rücksicht auf andere schwimmende Gäste im Becken. Da es in diesem Sommer viele Wesen gab, wiederholte sich die Szene an die 40 Mal. Pro Poolgang!! Die anderen Badegäste waren anfangs noch irritiert und folgten mit schreckensgeweiteten Augen meiner Tochter, um zu sehen was denn passiert war. Irgendwann gewöhnten sie sich aber an das „Im Minutentakt wegen nix kreischen“ und „Hilfe ich hab Angst – Geschrei“ und beides wurde spätestens am dritten Tag zur Normalität. Keiner sah mehr von seiner Urlaubslektüre auf oder zuckte auch nur mit der Wimper.

Ich kann ja nur sagen: „Zum Glück ist dieser dumme, kleine, arme Skorpion erst am letzten Tag unseres Urlaubs im Pool ertrunken. Wäre das am ersten Tag passiert, wäre mein Töchterlein sicher nicht mehr ins Wasser gesprungen. Nur wohin wäre sie dann vor den Spinnen, Gelsen, Fliegen und Wespen geflohen?“

Bild: Susanne Binder

Oh du lieber Sommer!

Alva´s Glitzerschuhbande 

Sollten meine Beiträge im Sommer etwas verworren klingen, und auch den Geschichten oft der nötige Zusammenhang fehlen, so habe ich eine gute Ausrede. Ich habe 9 Wochen 3 Kinder zu Hause, die in Alter, Ansprüchen und Vorhaben nicht unterschiedlicher sein könnten.

War ich immer ein großer Freund von längeren Abständen bei den Kindern (meine sind 8, 4 und 1,5) so revidiere ich meine Meinung immer mehr. Die Große will schwimmen, in einem Bad mit Rutsche. Aber ich muss mit ihr ins Wasser, weil so viele Leute sind, dass sie Angst hat, es könnte ihr jemand auf den Kopf springen. Die Mittlere will sich in einem Pool treiben lassen. Aber ohne die vielen Leute und mit mir in der Nähe, damit sie sich notfalls bei mir festhalten kann. Die Kleinste will ständig raus aus dem Becken, hineinspringen, sich auffangen lassen und wieder hinausklettern. Dass sich das alles nicht gleichzeitig bewältigen lässt, ist vermutlich jedem klar. Also machen wir immer abwechselnd im Radl einmal das eine, einmal das andere. Was nicht minder anstrengend ist. Vor allem auch weil immer zwei unzufrieden sind und meckern.

Dazwischen spielen sich „Eisdramen“ ab, weil es nur noch zwei Twinis gibt und der Hunger nach dem Schwimmen ist so groß, dass wir es unmöglich nach Hause schaffen. Darum gibt es des Öfteren die anspruchsvolle Kost „Pommes aus dem Stanizel“. Auch die Jüngste brüllt schon danach, dafür geniere ich mich in regelmäßigen Abständen. Zum Glück versteht sie niemand, wenn sie dazwischen in der Straßenbahn nach „Masia, Bär und Schipis“ verlangt. Was so viel heißt wie ihre Lieblingssendung, die sie mit den Großen ab und zu mitschauen darf, „Masha und der Bär“ und „Chips“, die es dazu 1 Mal!!, ich schwöre es, gegeben hat.

Am Abend bekomme ich sie nicht ins Bett, dafür schlafen alle mittlerweile bis 9. Morgens wird die Wohnung verwüstet, ich renn hinterher, um den Kollateralschaden zu begrenzen, was mir nicht immer gelingt. Unlängst hat meine Jüngste, während ich die Wäsche aus der Waschmaschine geholt habe, es irrsinnig lustig gefunden, das ganz wenig gefüllte Plantschbecken vom Balkon zur Balkontür zu ziehen und dann von innen auf den Rand zu steigen und zuzusehen wie das Wasser in die Wohnung läuft. Ich habe sie noch nie so laut lachen gehört. Hauptsache sie hatte Spaß! Wen interessiert in dem Alter auch eine überschwemmte Küche.

Zu Mittag koche ich etwas Gesundes. Dass es gesund ist, erkennen die Kinder an Farbe und Form. Und ich daran, dass es beinahe unangetastet zu mir zurückkommt. Alle nicken heftig auf die Frage, ob sie satt sind. Und fragen 15 Minuten später nach einem Butterbrot und einem Eis, weil sie am Verhungern sind. Dann geht es wieder ab ins Schwimmbad.

Mein Mann, der seine Zeit im Büro verbringt, beneidet mich jeden Tag darum, mit den Kindern ins Schwimmbad zu gehen. Genau so lange bis er an einem Wochenende mit uns gemeinsam ein öffentliches Bad besucht. Entsetzt über den Ablauf dort und den Mangel an der Befriedigung der eigenen Bedürfnisse, fragt er mich am Abend, ob das in etwa immer so abläuft. Auf mein Nicken hin ernte ich einen erschreckten Blick aus großen Augen. Setze ich dann noch ein: „Aber heute haben sie viel weniger gestritten als sonst.“, hinzu werden seine Augen noch größer und er geht montags pfeifend und gut gelaunt ins Büro.

Nun muss ich aber bei aller Anstrengung zugeben: ich mag den Sommer, das Chaos, meine lärmenden Kinder, die Badeaktionen und alles was dazu gehört. Einfach auch, weil ich so unendlich viel Zeit habe und nirgends mit den dreien hin hetzen muss. Ich komme nur zu nichts anderem mehr. Und das, genau das, ist der Grund, warum ich für meine Beiträge mitunter ganze Tage brauche. Obwohl mir untertags wirklich viele Ideen für Geschichten einfallen, vergesse ich sie immer aufzuschreiben und am Abend falle ich um 9 mit meinen Kindern ins Bett und schlafe. Und am nächsten Tag ist leider mein Hirn auf „Ausgangsmodus“ zurückgesetzt und nicht einmal die Einkaufsliste vom Vortag hat irgendeine Chance sich wieder in meine Erinnerung zu schleichen. Fühlt sich an, als würde jemand jeden Tag von Neuem den „Delete Button“ drücken. Aber ich schätze das ist wichtig, denn nur so habe ich immer in der Früh das Gefühl es ist alles neu, spannend, aufregend und leicht und ich halte locker die 9 Wochen durch.

Bild: Susanne Binder

Unsere Maus muss raus!

Eva & Markus´ Ansichtssache

Eva:

Bereits im Alter von 6 Wochen feierte unser Pfirsichkuchen sein Ausflugs-Debüt, weil Papa es sich in den Kopf setzte. Ich, noch geschmeidig im Wochenbettfeeling, hatte gar keine Lust auf drei Tage Familienfeier am Land. Allein der Gedanke daran machte mich ganz wuselig. Wie können wir unseren Spatz 70 km in der Babyschale transportieren? Das ist doch nicht gut für den Rücken! Was machen wir, wenn sie weint oder hungrig wird? Wir müssen das genau planen. Und richtig viel Zeug einpacken! Haben wir soviel Platz im Auto? Der Kinderwagen beansprucht schon den ganzen Kofferraum für sich! Wir brauchen eine Checkliste! Noch besser: Wir fahren erst gar nicht! Ja, am besten wir bleiben einfach zuhause!

Markus:

Ich konnte unseren ersten Ausflug als Familie gar nicht erwarten. 6 Wochen nach der Geburt bot sich die optimale Gelegenheit – eine mehrtägige Familienfeier inkl. aller Onkeln, Tanten, Omas und Opas. Unsere Kleine hatte sich schon an ihr neues Zuhause gewohnt und war die meiste Zeit ziemlich entspannt. Daher stand meiner Meinung nach, einem neuen Abenteuer nichts mehr im Weg. Ich bündelte meine gesamte Überzeugungskraft gegen Evas Bedenken und siehe da – wir packten. Eine 2-seitenlange Checklist, 3 Reisetaschen, 1 Wickeltasche, 1 Tragetuch, 1 Kinderwagen und 1 Maxicosi später saßen wir im bis oben angefüllten Auto. Ein letzter Check, ob wir auch das Baby eingepackt hatten und los ging es zu Tagen voll „tututu“, „gutschi gutschi gutschi“ und „moiiii“. Da schwillt die Papabrust.

Wenn es schon sein muss (Zitat Eva), dann darf Folgendes bei den ersten Außeneinsätzen nicht fehlen:

Babypflege

  • ~ 10 Windeln pro Tag (safe side)
  • eine Menge Stoffwindeln
  • Feuchttücher (ohne Parfum!)
  • Vitamin D Tropfen
  • Wundcreme & Co

Klamotten

  • ausreichend Bodys und
  • Strampler oder wie ihr sonst euer Baby gerne kleidet

Schlafen

  • Vertraute Kuscheldecke
  • Nachtstrampler/Pyjama
  • Babyphone
  • Nachtlicht

Outdoor – je nach Jahreszeit

  • Babytrage/Tragetuch und/oder Kinderwagen
  • Haube/Sonnenhut
  • Handschuhe
  • Jacke
  • Kälteschutzcreme/Sonnencreme

Alles langweilig?!

Alva´s Glitzerschuhbande 

Ich werde manchmal aus meinen Kindern nicht schlau. Da mach ich einen „Freizeitaktivitätenvorschlag“ und bin mir sicher, dass er bei allen dreien auf absolute Begeisterung trifft und dann wird er von der Großen gerade mal so angenommen. Klar, außer Prater oder andere Vergnügungsorte, die gehen immer. Also meine Große ist diesbezüglich schon etwas in die Pubertät gerutscht und reagiert so, wie ich es noch von mir als ungefähr 13-jährige in Erinnerung habe. Ich frage: „Gehen wir in den Gemeinschaftsgarten? Deine Freundinnen sind auch dort.“ Sie antwortet: „Nein, das war letztes Mal schon so langweilig.“ Erinnerungsfetzten tauchen bei mir auf, unterscheiden sich aber offenbar enorm von denen meiner Tochter. Denn ich seh in Gedanken die schreienden und lachenden Kinder durch die Sprenkelanlage laufen und das Trampolin malträtieren.

Auch das Versteckspiel unter den Bodendeckern habe ich noch in Erinnerung. Aber für meine Größte ist es offenbar fad gewesen. Nun denn. Auch das Schwimmen gehen hab ich als sehr lustig in Erinnerung. Immer wieder rutschten die beiden Großen ins kalte Nass und probierten die neuen Spritzpistolen aus. Aber als ich vorschlage, wieder ins Bad zu gehen, kommt ein genervtes: „Schon wieder ins Bad? Ohne Freundinnen mitzunehmen, mag ich das gar nicht. Dort ist es so heiß und fad.“

Gehen wir dann nach unendlichem Herummaulen und Herumgezicke trotzdem auf den Spielplatz, in den Garten oder ins Bad, wird meistens gelacht, gelaufen, gejodelt und auch angemerkt wie „super“ es hier ist. Aber das Kurzzeitgedächtnis meines großen Töchterleins scheint ihr am Ende des Tages einen Streich zu spielen zu wollen und speichert den Tag in der Erinnerung als „langeilig“ ab. Oh was macht mich das rasend. Obwohl ich es verstehen kann. Ich war ja auch eine Zeitlang so. Aber wie gesagt mit 13!! Und im Nachhinein betrachtet gehe ich mir sogar damit selber auf die Nerven.

Unlängst waren wir eingeladen zu einem klassischen Konzert. Reaktion der Großen: „Uaaahhh! Da geh ich sicher nicht mit! Klassische Musik ist so langweilig!“ Ok es handelte sich um Werke von Johann Strauss. Nicht unbedingt sehr schwere Kost und zusätzlich mit Balletttänzerin und Sängerin untermalt, also durchaus auch für Kinder geeignet. Ich bot an hinzugehen. Mit den zwei Großen. Sie dürften auch bis spät in die Nacht aufbleiben. Die Mittlere jubelte. Die Große überlegte. Hin und her. Und änderte ihre Meinung, ob sie es langweilig fand und nicht hin wolle, oder es doch wagen sollte ca. 20 Mal. Bis ich explodierte. Dann war sie beleidigt.

Als die Mittlere und ich uns in Schale warfen, entschloss sie sich gnädiger Weise mitzukommen. Wir hatten Ehrenkarten in der ersten Reihe. Und siehe da. Beide Kinder saßen mucksmäuschenstill, beobachteten die Musiker gespannt und es gefiel ihnen sichtlich sehr. Nach dem Konzert nickte die Große und stellte fest: „Na gut dass ich mitgekommen bin. Ich hätte ja wirklich was versäumt.“ Ich rollte die Augen. Ja, ich weiß es wird vorübergehen! Wie alle diese Phasen. Ein schwacher Trost, wenn man sich mitten drinnen befindet. Und die Kleineren die derzeit alles mit Begeisterung mitmachen und froh sind, dass wir nicht zu Hause bleiben, kommen ja vermutlich auch noch in diese Phase. Oder sie beginnen die Schwester zu imitieren, weil sie doch die „Coole“ ist. Und wenn diese „Esistallesschrecklichfad-Welle“ in der Pubertät noch einmal kommt dann erlebe ich es insgesamt satte 6 (!!!) Mal. Ist so ähnlich wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“. Hurra!

Bild: Susanne Binder

Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

Alva´s Glitzerschuhbande 

Der Urlaub naht. Und während verliebte Pärchen ihre kleinen Koffer packen, in denen sich ein paar Abendoutfits und Bikinis tummeln, sieht unser Auto nach einem Umzug ins Nachbarbundesland aus. Fliegen mit drei Kindern macht mir wenig Spaß und ist auch preislich die kostspieligere Variante. Darum wird bei uns seit drei Jahren gefahren.

Im Vorfeld diskutieren mein Mann und ich schon wann der beste Zeitpunkt zum Wegfahren ist. Er plädiert für „in der Nacht“ oder „ganz zeitig in der Früh“. Er hat offensichtlich unseren Italien Urlaub vor zwei Jahren verdrängt/vergessen. Wir sind in der Nacht weggefahren und es waren alle wach. Angekommen sind wir mit extrem grantigen Kindern um fünf Uhr morgens. Keiner hatte geschlafen. Das Apartment war erst ab 14.00 Uhrbeziehbar. Der Tag war gelinde ausgedrückt ein Wahnsinn. Aber ich verstehe seine Argumente, dass Kinder im Dämmerschlaf zumindest nicht alle zwei Minuten etwas verlangen können bzw. ihre Musikwünsche äußern können. Wenn, und das ist der Punkt, sie sich im Dämmerschlaf befinden. Aber das wäre dann das erste Mal, denn die Mehrheit der Kinder neigt dazu, egal zu welcher Zeit sie aufwachen, aus dem Bett zu springen und loszusingen.

Kind Mittel ist noch am ehesten schläfrig, aber ich befürchte wenn eine längere Reise bevorsteht siegen die Nervosität und Aufregung und auch sie würde dann um 3 Uhr morgens den Bibi und Tina Soundtrack in voller Lautstärke hören wollen. Natürlich haben wir Kopfhörer, aber nur zwei Paar. Und die Kleinste ist dafür auch zu klein und notgedrungen muss diese in der Mitte sitzen. Man würde annehmen ein Auto, das den Beinamen Siebensitzer trägt hat Platz für eine fünfköpfige Familie. Tut es vermutlich auch, aber erst nachdem alle Familienmitglieder der Kindersitzpflicht entkommen sind.

Ich will mich hier aber nicht beklagen, denn bis vor kurzem bin ich am Rücksitz mit Baby und der Mittleren gesessen, weil mit Maxi Cosi nicht einmal die vorhandenen zwei Kindersitze hinten Platz gefunden hatten. Nun hat die Mittlere einen neuen bekommen und alle nehmen hinten Platz. Irgendwie und sicher nicht ganz optimal. Außerdem muss die Mittlere jedes Mal beim Einsteigen unter dem Gurt durchschlüpfen, weil das Anschnallen sonst beinahe unmöglich ist und so viel Zeit in Anspruch nimmt, wie eine Fahrt von Wien nach Kärnten.

Vor und während dem ersten Kind hatten wir einen VW Lupo, haben ihn aber nach der Geburt schnell gegen einen dreitürigen Golf eingetauscht. Doch mit drei Kindern wäre mir jetzt am liebsten ein Lastwagen. Ich höre, seit ich gesagt habe wir packen, nur noch: „Bitte die Roller!!!“ „Und bitte alle 320 Kuscheltiere.“ „Ich kann ohne meinem Polster nicht schlafen!“ „Nein nicht ein Paar Schuhe, ich mag zu jedem Kleid die passenden tragen!“ „Bitte darf die aufblasbare Insel mit, wir haben dort doch einen Pool.“

Ach ja ganz zu schweigen, dass in diesem Urlaub meine Schwägerin samt Kind mitkommt. Also ist eine Dachbox in Planung. Nachdem deren Sohn schon ein wenig älter ist, bin ich gespannt, was er von den Musikwünschen meiner drei Grazien hält. Na sind ja nur 8 Stunden. Wenn kein Stau ist. Und niemand aufs Klo muss. Und niemand ein Eis will. Und ich das Baby nie wickle…

Bild: Susanne Binder