Kochen für Papas

Eva & Markus‘ Ansichtssache

Markus:

Ich koche sehr gerne. Jedoch nur nach Intuition und leider auch nicht sehr gesund. Ich vermeide Kochbücher und verachte Dampfgarer. Ich liebe es würzig und scharf – am besten gegrillt oder gebraten. Wenn ein Essen eine Geschmacksexplosion im Mund auslöst, ist es meiner Meinung nach gelungen. So – und seitdem ich in Karenz bin, ist das alles vorbei.

In den letzten Wochen, in denen Eva noch zuhause und Herrin der Küche war, wurde ich beim Essen immer öfters aufgeklärt, wie gesund gekocht wird.

Ganz ohne Pfeffer, Salz, E-Stoffe oder sonstige Geschmacksverstärker. Ich war mir sehr wohl bewusst, dass dieser Wink mit dem Zaunpfahl mir galt. Innerlich wurde mir sogar etwas bang, denn ich wusste nicht, wie und was ich in der Karenz jeden Tag kochen sollte. Thailändisch oder meine berühmten Spaghetti al Diavolo konnte ich mir wohl abschminken.

Und gleich am ersten Tag meiner Karenz-Koch-Karriere, traf es mich mit voller Wucht. Ich kochte Nudeln mit Schinken-Käse-Schlagobers-Sauce, wenig gewürzt. Lauter Dinge, die unsere Maus eigentlich sehr gerne aß – einzeln zumindest. Mein Gericht wurde verschmäht und auf den Boden verteilt. Der Einheitsbrei von Hipp wurde bevorzugt und verschlungen. Nacktes Unverständnis machte sich in mir breit. Als ich am Abend unsere Kleine bei Eva verpetzte, wie heikel sie denn sei, wurde mir die Frage gestellt, ob ich auch einen Suppenwürfel in die Sauce gegeben hatte. „Natürlich habe ich das“, antwortete ich, „sonst schmeckt es ja nach gar nichts.“ Augenrollen und ein „für dich vielleicht“ war die Antwort von Eva.

Also habe ich meinen Kochstil von „viel Geschmack“ auf „ohne Geschmack“ umgestellt und siehe da – unserer Kleinen schmeckts jetzt tatsächlich. Das freut den Papa natürlich, der dann jedes Mal zu Mittag der Mama whatsapped, wie viel die Kleine schon wieder von Vaters Hausmannskost vertilgt hat.

Eva:

Das Essen von Markus und mir war vor dem Leben zu dritt pädagogisch nicht sehr wertvoll: Gerne scharf und oft auch Junk. Aber das änderte sich – zumindest bei mir – mit der Schwangerschaft. Ich versuchte mich an die gängigen Empfehlungen zu halten.

Meinen erhöhten Energiebedarf deckte ich also nicht mehr nur mit Schokolade, sondern auch mit einer Extraportion Nährstoffe. Außerdem mied ich gewisse Produkte, da ungesund oder zu gefährlich für unser Baby. Sushi vermisste ich schon etwas, aber sonst war es eigentlich ganz leicht!

Das bewusst-gesunde Ernährungsprogramm zog ich später dann auch bei unserer Kleinen durch. Da ließ ich nichts über uns kommen. Es gab selbstgemachte Gemüse-, Fleisch-, Milch- und Getreidebreie fürs Schlemmermäuschen. Natürlich bio und schonend zubereitet.

Im ersten Jahr kein Salz und Zucker nur dann, wenn er von Natur aus darin vorkam. Das war schon recht anspruchsvoll und meistens eine Mega-Patzerei für einen kleinen Batzen Brei. Aber das war es mir wert.

Ganz so „gesund um jeden Preis“ ist es aber dann doch nicht gelaufen, weil mir Markus natürlich auch immer dazwischen funkte. Er nahm es und nimmt es nicht so genau. Seine Einstellung ist: „Alles mit Maß und Ziel. Ein bisschen schadet nie!“ Das konnte ich doch tatsächlich noch von ihm lernen.

Aber als er in Karenz ging, musst ich tatenlos mitansehen, wie er weiter beim Kochen herum experimentierte. Unsere Zuckerpuppe war gerade mal ein Jahr als er mit ihr die erste Pizza beim Lieferservice bestellte. Dieses Experiment ging aber wortwörtlich in die Hose und war damit gegessen. Seither war er echt bemüht gesund zu kochen und vor allem so, dass es unsere kleine Feinschmeckerin nicht verschmäht. Und mittlerweile isst sie zum Glück fast alles.

Auf Entdeckungstour!

Eva & Markus‘ Ansichtssache

Unsere kleine Kriegerin liebt den Nervenkitzel. Entdeckt sie etwas Neues, Unbekanntes, vielleicht auch ein bisschen Furchteinflößendes, dann nähert sie sich dem Ungewissen mit, für ihr Balancevermögen, viel zu schnellen Schritten und einem lauten Kampfschrei „Ohahhhoahhh“!

Papas Sicht:

Der Kampfschrei dient eindeutig dazu, sich Mut zu machen. Kurz vor dem Erreichen des Objektes bremst sie dann ab und macht eine 180 Grad Kehrtwendung, um wieder in die Arme von Mama oder Papa zu laufen. Erreicht sie dann sicher einen Elternteil, quatscht sie geschäftig darauf los und fuchtelt fast schon verurteilend mit ihren Händen, als ob sie sagen möchte: „Wie könnt ihr verantwortungslosen Eltern mich nur alleine auf so eine gefährliche Reise schicken!“

Meist wagt sie im Anschluss gleich einen neuen Versuch. Diese Abenteuerlust hat sie von mir. Von Eva kann sie es nicht haben, sie ist nämlich die selbsternannte Sicherheitsbeauftragte in unserer Familie. Bei ihr geht Sicherheit vor, aber wenn unsere Maus auf Wohnungsentdeckungstour geht, dann hilft keine Vorsorge! Der kleine Wirbelwind wirbelt ununterbrochen und im Zickzack von einem Ort zum nächsten.
Und ertönt der Kampfschrei werden Eva und ich plötzlich besonders achtsam!

Mamas Sicht:

Ja, weil wir da meistens schnell sein müssen! Denn sie schreit und stapft furchtlos in Richtung Abenteuer los! Mit dem Ergebnis, dass sie oft kurz vor Erreichen ihres Ziels tatsächlich das Gleichgewicht verliert. Daher sind derzeit blaue Flecken an der Tagesordnung. Und je müder oder übermütiger die kleine Draufgängerin wird, desto größer ist die Verletzungsgefahr.

Vor Kurzem erst hat sie den offenen Geschirrspüler entdeckt und schreiend angegriffen. Auf ihn mit Gebrüll!! Wohlwissend, dass das verbotene Ding wieder geschlossen wird, wenn sie nicht schnell genug ist, lief sie los. Und obwohl wir gleich daneben standen, waren wir nicht schnell genug. Sie verlor das Gleichgewicht und schlug sich ihr Kinn an der Geschirrspülerkante auf. Mir blieb kurz das Herz stehen! Die Wunde war glücklicherweise nicht so schlimm. Der Schmerz war zwar groß, aber bald wieder vergessen und der Geschirrspüler zieht sie nach wie vor magisch an. Aber mit jedem neuen Abenteuer lernt sie auch besser die Gefahr einzuschätzen. Und, auch wenn ich sie zum Schutz manchmal am liebsten in diese großartigen Luftpolsterverpackungen (die man so schön platzen lassen kann) einwickeln möchte, so weiß ich doch, wie wichtig diese Erfahrungen für sie sind.

Und irgendwann geht das ja auch wieder vorbei, oder?

Rollentausch – Papa ist jetzt Mama oder umgekehrt

Eva & Markus‘ Ansichtssache

Sie ist da. Die Zeit, die sich Papa schon so sehnlichst herbei gewünscht und Mama schon ein bisschen gefürchtet hat. Die Zeit, in der Mama und Papa ganz plötzlich, von einem Tag auf den anderen die Rollen tauschen. Die Frage, die ich mir, als ihre einjährige Tochter jetzt stelle: Soll ich jetzt zu Papa Mama sagen? Mir ist es aber eigentlich ganz gleich.

Das sagen die beiden nach der ersten Woche Rollentausch:

Aus Mamas Sicht:

Ein sehr aufregendes Jahr ist um! Und es ging alles so wahnsinnig schnell. Klar, war dieses Jahr nicht nur Honiglecken, aber die vielen schönen Momente überwiegen eindeutig! Und jetzt – glaubt es mir oder nicht – freue mich ganz wahnsinnig auf das was kommt: Meine Arbeit! Nach ein paar äußerlich dringend notwendigen Veränderungen (neue Frisur, Jeans statt Jogginghose, Hand- statt Wickeltasche, Make-up statt eingetrocknetem Brei …) fühle ich mich so was von bereit für die kommende Herausforderung. Und ich muss zugeben, mir taugt die Zeit in der Arbeit jetzt schon extrem. Ich genieße es wieder nur „ich“ sein zu können, aber ich freue mich auch am Abend ganz verrückt auf meine kleine, süße, schnuckelige Zuckerpuppe. Ich vermisse sie schon, aber – ganz ehrlich – ich halte es gut aus. Ich weiß, sie wird von Markus besonders liebevoll umsorgt und ich weiß, sie genießt den Tag mit ihm (fast) genauso wie mit mir. Selbstverständlich habe ich Markus auch noch ein paar „Tipps“ mit auf den Weg gegeben, zum Beispiel: „wie er, meiner Meinung nach, die Wäsche richtig waschen sollte“ oder „was er, meiner Meinung nach, der Kleinen über den Tag zu essen geben sollte“. Er nickte dazu nur freundlich und macht es vermutlich, wie er will und das passt dann auch.

Es gibt Null Gejammer, wenn ich das Haus verlasse. Die Kleine winkt, lacht und spielt dann weiter. Ein bisschen packt mich da schon die Wehmut, aber in Wahrheit könnte es gerade nicht besser laufen.

Sie ist glücklich mit Papa und ich brauche kein schlechtes Gewissen haben, weil ich in der Arbeit sitze und es genieße. Für mich also, ein sehr gelungener Rollentausch.
Aus Papa Sicht:

„HALLO“ aus meiner Karenz! Endlich kann ich zuhause bleiben und auf unsere kleine Maus aufpassen. Sie bekommt jetzt das volle 24-Stunden-Papa-Rundum-Paket. Ich habe Nachtdienst, wechsle (echt viele) Windeln, versuche täglich etwas halbwegs Gesundes zu kochen und singe unsere Kleine in den Schlaf, den sie sooo gut zu verhindern weiß.

Das sind jetzt meine Herausforderungen, die mir aber gar nichts ausmachen, denn es gibt ganz viele Sonnenseiten. Ich kann mit ihr spielen, um den See spazieren, Enten füttern und ihr Quietschen hören, wenn sie durchs Laub stolpert. Ich genieße die intensive Zeit mit ihr und möchte keine Sekunde davon missen. Auch wenn ich an dieser Stelle gestehen muss, dass Oma bereits in der ersten Woche meiner Karenz, zwei Tage lang zu Besuch war. Aber die beiden Mädels verstehen sich prächtig – warum sollte ich da auf erfahrene Unterstützung verzichten?! Zudem bin ich auch noch immer ihr „Kleiner“ und sie ist mit einem Schlag die Mutter und Oma, die gerne für ihr Kind und Enkelkind kocht, wäscht und putzt. Eva wirft mir dann schon manchmal vor, dass ich das nicht verlangen soll. Aber ich verlange es ja auch nicht – sie macht das ja wirklich gerne!

Und nachdem es zuhause und auch bei Eva in der Arbeit gut läuft, wird meine Art die Dinge zu regeln, dann doch geduldet. Es tut uns beiden gut, aus dem Alltag auszubrechen und wieder etwas anderes zu erleben!

Ich seh, ich seh, wen seh ich denn?

Eva & Markus´ Ansichtssache

Wem schaut unsere zuckersüße Maus ähnlich? Ist sie mehr die Mama oder doch ganz der Papa? Wahrscheinlich hat sie von uns beiden etwas, aber die Augen hat sie eindeutig von mir! Von wem?

Aus Papas Sicht:

Ganz ehrlich – als unsere Kleine zur Welt kam, sah sie aus wie eine bessere, aber noch etwas zerknautschte Version von mir. Wenn ich mir jetzt die Fotos von ihr als Neugeborene ansehe, dann bin ich zwar mächtig stolz, dass sie ganz der Papa war, aber auch sehr froh, dass sie von Tag zu Tag immer mehr die Gesichtszüge von ihrer Mama annimmt. Die ist halt doch die Feschere in unserer Beziehung. Und manchmal, wenn die Maus konzentriert die Lippen zusammenpresst, schaut sie aus, wie die Oma von Eva. Aber von mir kriegt sie garantiert die Goldlocken und ich finde, sie hat auch meine Augen. Ich hab auch so schöne Augen. Evas Augen sind irgendwie kleiner.

Aus Mamas Sicht:

Ich liebe ihre Stupsnase. Die hat sie von mir! Auch der Mund, samt frechem Lächeln, kommt von meiner Seite. Die Goldlöckchen (und auch der Haaransatz) hingegen kommen von Markus. Das Geschäftige hat sie wohl auch von ihm. Die beiden zusammen sind praktisch nicht zu bremsen. Aber wenn ich in ihre blauen Augen schau, dann sehe ich da ganz bestimmt die meinen! Die sind genau richtig groß und genau gleich blau!

Aus der Fremdsicht:

Auch völlig fremden Begutachtern fallen die stechend blauen Augen unserer Maus auf, nur beim Geschlecht gibt’s oft Verwirrung! Hier unsere persönlichen Top 3 Ansichten von Fremden über unsere Zuckerpuppe:

Platz 3: „So ein freundliches Baby!“
Ein Satz, ein Treffer. Der geht eigentlich immer, wenn das Baby nicht gerade hungrig, müde oder gelangweilt ist und weint.

Platz 2: „So schöne, blaue Augen!“
Und wir nehmen es dankend an und versuchen nicht uns Selbstbestätigung zu holen, wie Eva einmal: „Ja, die hat sie von mir!“ Und der fremde Mann erwiderte: „Nein, ihre sind nicht so schön blau, wie die von ihrer Tochter!“ Ein, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit geheimer Verbündeter von Markus!

Und unser unangefochtener Favorit auf Platz 1 lautet: „So ein lieber Bub!“
Antwort: „Ja sie ist ein Goldstück!“ Nur echte Kenner sollten geschlechterspezifische Komplimente verwenden. Oft werden kurze, fast unsichtbare blonde Haare oder blaue Socken ganz falsch interpretiert…

Es gibt Brei, Baby!

Eva & Markus´ Ansichtssache

Nach dem Durchbrechen des ersten Zahns und nach einigen Bisswunden an einer sehr empfindlichen Stelle, starteten wir mit Beikost. Wir entschieden uns ganz klassisch für Karottenbrei als erste Mahlzeit. Die erste Breiverkostung wurde auf Freitag getimed, damit auch Papa dabei sein konnte. Samstag und Sonntag ließen wir dann gleich wieder aus. Wir hatten einen Thermenurlaub gebucht und die „Breiherumkleckserei“ erschien uns zu anstrengend. Danach zogen wir es aber mit aller Konsequenz durch. Unsere kleine Maus war sofort begeistert und futterte, was das Zeug hielt. Bald wurden andere Gemüsesorten probiert, dann kamen Kartoffeln und zum Schluss auch Fleisch.

Alles lief wie am Schnürchen und auf einmal gab’s die totale Breiverweigerung. Stillen war wieder angesagt.

Es entstand folgende sinnbefreite Diskussion

Markus: Ganz klar, es liegt am Fenchelbrei. Wer mag den schon Fenchel. Niemand!
Eva: Nein, das glaub ich nicht. Sie trinkt doch auch den Fencheltee.
Markus: Aber vom Fencheltee lässt sie ja auch den halben Becher stehen. Den trinkt man nur, wenn man krank ist.
Eva: Das ist nicht Fenchel- sondern Kamillentee.
Markus: Beides grauslich. Wir sollten ihr lieber Früchtetee geben. Das schmeckt ihr sicher besser.
Eva: Du kannst ihr doch keinen Früchtetee geben. Da ist Fruchtzucker drin.
Markus: Glaub ich nicht – im Tee ist doch kein Zucker.
Eva: Doch, FRUCHTzucker!! Und der ist schlecht für die Zähne.
Markus: Ach – so ein bisschen Zucker schadet doch nicht! Die Kleine ist ja dauernd in Bewegung. Den verbrennt sie wie nichts.
Eva: Ok, dann kauf halt welchen!
Markus: Wieso wir haben ja eh einen Früchtetee zuhause?!
Eva: Aber keinen Bio für Babys!!!
Markus: Ohh, dann nimm halt den Fenchel!

Taufe? Ja! Nein! Jein?

Eva & Markus´ Ansichtssache

Selbstverständlich taufen wir unser Kind (nicht)!

Markus:

Meine Eltern sind seit jeher sehr eng mit dem Glauben und der Kirche verbunden. Das versuchten Sie auch uns 8 Kindern mitzugeben – manchmal mit mehr, manchmal mit weniger Erfolg. Und auch wenn ich die letzte Kirche vor geraumer Zeit von innen gesehen habe, so war für mich doch klar, dass ich meine Tochter einmal taufen lassen werde. Umso überraschter war ich, als ich feststellte, dass meine Frau Eva da ganz anderer Meinung war. So machte ich mich auf die Suche nach Argumenten, um unsere kleine Maus vor dem Fegefeuer zu bewahren. Doch schon mein erster Überzeugungsversuch, nämlich dass die Taufe ein Ritual sei, das in vielen Kulturen vorkommt und nicht unmittelbar mit der katholischen Kirche zusammenhängt, entblößte Wikipedia als glatten Unfug. „Ich möchte, dass unser Mädi die Feiern im Kindergarten und in der Schule mitmachen kann und später kann sie ja selbst entscheiden, ob sie in der Kirche bleibt“, kam da schon viel besser an. Darum legte ich nach: „Ich werde es auch übernehmen, mit unserer Kleinen in die Kirche zu gehen!“ Dafür erntete ich ungläubige Blicke, aber es wurde nicht weiter kommentiert. Jedenfalls lassen wir jetzt unsere kleine Maus taufen. Papa hat sich durchgesetzt, obwohl sich Mama sehr wohl bewusst ist, wer in Zukunft mit der Kleinen in die Kirche gehen wird.

Eva:

Ja, ich gebe es zu, ich war anfangs gegen die Taufe. Ich wollte unserer Maus keinen Glauben aufzwängen von dem ich selbst nicht wirklich überzeugt bin. Ein gutes Argument FÜR die Taufe war aber, dass sie ungetauft eventuell ausgegrenzt werden könnte. Und natürlich ist es für sie auch schön, bei christlichen Feierlichkeiten, wie der Erstkommunion dabei sein zu dürfen. Wie könnte ich ihr das verwehren? Ich kann mich auch noch gut erinnern, dass mir als Kind die Vorbereitungen zur Erstkommunion richtig Spaß gemacht haben. Und meine Mama hat damals ihr Hochzeitskleid in mein Erstkommunionskleid umgeschneidert. Nun, mit diesem Prinzessinnenkleidchen, einem Kranz im gewellten Haar und weißen Lackschuhen mit Mascherln grinse ich ganz stolz von meinem Erstkommunionsfoto. Bei dem ALLE meine Klassenkameradinnen dabei waren. Wie hätte ich mich wohl gefühlt, wenn ich da als einzige nicht dabei sein hätte dürfen? Ich wär ganz bestimmt furchtbar böse auf meine Eltern gewesen. Spätestens vor Schulbeginn hätte ich also unsere kleine Maus vermutlich sowieso taufen lassen. Also worauf warten? Die Kleine ist dann nicht bös auf Mami und Markus hat seinen Willen. So sind wir alle glücklich. Und ich freue mich schon darauf die Taufe zu organisieren. Das wird ein Traum von einer Taufe!

3 Fragen, 6 Antworten

Was ist euer Lieblingstauflied?
Eva: „Dir gehört mein Herz“ von Tarzan. Zeichentrickfilme machen mich emotional.
Markus: „Schön ist es auf der Welt zu sein“ von Roy Black, aber das darf ich nicht nehmen.

Was darf auf dem Menüplan zum Taufessen keinesfalls fehlen?
Eva: Die leckeren Mehlspeisen von unseren Mamis
Markus: Ein Schnitzel.

Habt ihr einen Tipp für Eltern, die ihr Kind taufen lassen möchten?
Eva: Taufscheine bekommt man in der Pfarre, wo man selbst getauft worden ist. Er ist nicht automatischer Bestandteil deiner Dokumentenmappe.
Markus: Zuerst den Lieblingspfarrer fragen, wann er Zeit hat und dann erst den Tauftermin festlegen.

Wer hat bei uns die Hosen (das Röckchen) an?

Eva & Markus´ Ansichtssache

Eva:

Unser kleiner Sonnenschein strampelt wie wild und quietscht vergnügt in Richtung Eingang. Der Grund: Der lustige Kerl ist wieder da! Ja genau, Markus ist gerade nach Hause gekommen. Nach einem arbeitsreichen Tag im Büro ist endlich Babyzeit angesagt. Eins vor ab: Einen Mann sollte Frau nie zu viel loben, aber ein bisschen „Bauchpinseln“ ab und zu ist schon okay. Also schreiben wir uns heute einmal etwas Nettes.

Markus ist ein großartiger Papa. Aber das war mir eigentlich eh immer schon klar. Er hilft mir, wo er nur kann, zickt nicht beim Windeln wechseln oder wenn die Kleine in der Nacht weint. Ganz im Gegenteil. Manchmal steht sogar er nachts auf und lässt mich weiterschlafen. Alles mit der kleinen Prinzessin macht ihm Freude. Die kleine Zuckerschnecke hat ihn schon ganz schön fest um den Finger gewickelt. Er sitzt praktisch in der Falle. Aber in einer, in der er gerne sitzt. Sie kriegt noch gar nichts mit und er möchte ihr schon alles zeigen. Die ganzen kleinen und großen Wunder dieser Welt. Und er möchte ihr jeden Wunsch erfüllen. So hat unsere Maus mit 6 Wochen ihr erstes Geschenk von Papa erhalten. Eine Krabbel- bzw. Erlebnisdecke mit Spielbogen und Musik. Die Musik bleibt jetzt aber noch aus, hat er mir versprochen. Beim Spazierengehen nimmt er sie immer aus dem Kinderwagen, damit sie auch alles sieht. Ich war ja der Meinung wir haben diesen Kinderwagen gekauft, damit sie darin einschläft. Aber gut. Er würde ihr auch am liebsten jetzt schon Eis und Wurstsemmeln füttern. Aber sogar er weiß, dass das wirklich noch nicht geht. Sie soll eben alles Glück auf Erden erfahren und dazu gehören (für ihn jedenfalls) auch Eis und Wurstsemmeln. Ich halte, wie mein nicht mehr ganz so lobender Unterton vielleicht schon verrät – bei allem vehement dagegen. Mein oberstes Gebot: Die Kleine nur nicht überfordern. Alles braucht seine Zeit und die werden wir ihr auch geben. Und zuckerhaltiges Essen gibt es im ersten Jahr sowieso nicht, wenn überhaupt. Und alles andere darf sie erst mit 18! So ergänzen Markus und ich uns recht gut. Er alles, ich nichts. Dazwischen der Kompromiss. So klappt es dann auch mit der gemeinsamen Kindererziehung. Aber in Wahrheit hat unsere Zuckerpuppe, obwohl sie noch kein Wort sprechen kann, schon das Sagen im Haus.
Markus:

Meine Mädels sind ein Hit! Und die Kleine hat es schon richtig faustdick hinter den Ohren. Wie die Mama. Die Beiden wissen ganz genau, welchen Knopf sie bei mir drücken müssen, um mich dort zu haben, wo sie möchten. Manchmal merk ich es, meistens aber vermutlich nicht. Ich frag mich, wie das in einigen Jahren sein wird, wenn unsere kleine Maus auch verbal auf die Tube drückt? Verbünden sich meine Mädels dann (noch mehr) zu etwas mir unbegreifbar Mächtigem? Bin ich als Papa dieser Macht hilflos ausgeliefert? Kann ich mich dann überhaupt noch bei irgendetwas durchsetzen?

Dafür habe ich, nicht ganz uneigennützig, eine Strategie entwickelt:
Ich werde ganz viel Zeit mit meiner Tochter verbringen. Ich zeige ihr die Welt, so früh es geht, und lasse sie an allem Schönen teilhaben. Hin und wieder darf sie dann auch etwas bei mir machen, was sie bei Mama nicht darf. Das stärkt das Vater-Tochter-Band. Ja genau, so werde ich das machen! Aber ich habe akzeptiert, dass Eva die Nummer Eins bei unserer Kleinen ist. So lasse ich mich treiben im tiefen Ozean des Familienlebens, in vollem Vertrauen darauf, dass mich meine Mädels niemals untergehen lassen.