Wir haben seit kurzem MehrSchweinchen

Alvas Glitzerschuhbande

Nun hab ich mich also doch noch überreden lassen. Beziehungsweise mein Mann. Denn bis jetzt war er gegen jegliches Tier in unserem Haushalt und ich hatte die wunderbare Rolle der verstehenden Mutter, die ja gerne würde, aber der die Hände gebunden waren weil: „Ihr wisst ja, der Papa ist da strikt dagegen.“ Nun fand das Flehen der drei Mädchen (wobei die dritte keine Ahnung hatte, warum sie ständig: „Bitte mehr Schweinchen“ schreien musste) ein Ende und der Herr des Hauses gab sein Okay zu kleinen Nagetieren. Ich zuckte leicht zusammen, als mir meine Kinder diese freudige Mitteilung machten, wusste ich doch genau, jetzt musste ich gute Miene zum bösen Spiel machen. Und konnte nichts mehr auf den Papa schieben.

Also was sollte es werden? Mäuse mochte ich nicht. Hamster auch nicht. Hund und Katze hatte ich in meiner Kindheit, aber ich war halt vom Land. Kommt für mich in der Stadt nicht in Frage. Vögel wollten die Kinder nicht. Blieben nur mehr Meerschweinchen übrig. Die fand ich wenigstens auch ganz herzig.

Ich hab mich eingelesen und war anfangs etwas irritiert von der Tatsache, dass man diese Tierchen nur zu zweit halten durfte und wenn eines stirbt für das übrig gebliebene einen altersgemäß passenden Begleiter suchen sollte. Das heißt eines geht, eines kommt nach, dann geht das andere und ich musste wieder eines besorgen. Ja hatten denn dann die Meerschweinchenbesitzer bis ans Ende ihrer Tage solche Viecher? Oder bis alle beide auf einmal, zufällig gleichzeitig, am selben Tag abdankten? Aber es gab anscheinend ein paar Stellen, an die man sich wenden konnte und die dann das einzelne Schweinchen aufnehmen, wenn man nicht vorhat, diesen Kreislauf aufrecht zu erhalten.

Beruhigt widmete ich mich der Frage nach Käfig, Haltung, Zucht und Co.
Gebraucht fand ich dann einen Käfig, Häuschen, Futternäpfe, Tränken, Heuraufe und noch so einiges, das ich nicht kannte, bei einer Person. Der Preis war vernünftig, denn ich wollte auf kurz oder lang einen hübschen Holzkäfig finden oder bauen lassen, konnte meine Kinder aber nicht noch länger vertrösten. Und, so dachte ich, bis dahin tut es auch ein normaler Käfig.

Als wir uns zu fünft auf die Fahrt zu dem Käfigmenschen machten (denn auch die Transportbox bekamen wir von ihm, und wir wollten dann sogleich die Meerschweinchen holen) fragte mein Mann im Auto nach, ob ich mir die Maße in der Anzeige genau angeschaut hatte. Ich winkte ab und nuschelte: „Ja, klar, das Ding hat so ein normales Maß wie man es nehmen sollte.“ Es regnete und so huschte ich alleine schnell aus dem Auto in das Haus, wo der Mann mir die erstandene Ware übergeben sollte. Als ich im Vorzimmer, den überdimensionalen Käfig und die anderen tausend Sachen stehen sah, wurde mir a) sofort klar, dass ich meinen Mann aus dem Auto brauchte, um die Sachen zum Auto zu bringen und b) ich mir ziemlich sicher war, dass der Käfig mit uns allen im Auto keinen Platz hatte und c) ich sowas von der Gutmütigkeit meines Mannes abhängig war. Denn wäre ihm so etwas passiert, ich würde fragen ob er nicht in den Käfig einziehen wollte.

Mein Mann war aber überraschend cool, der Käfig wurde über den Köpfen der Kinder transportiert und wir holten die Meerschweinchen. Das ging schnell und unkompliziert und wir haben, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann, auch zwei sehr entzückende ausgesucht. Paul (angeblich kastriert) und Lilli. Mein Mann wollte einen Hektor, aber wir weigerten uns, dieses kleine erstarrte Wesen so zu nennen.

Zu Hause angekommen richteten wir den Kaninchenstall (wie ich mittlerweile erfahren hatte) ein. Gut, das Klavier steht seitdem hinter dem Kasten, aber auf dem spielt sowieso selten jemand.

Und der Käfig schaut auch nicht besonders hübsch aus. Die Tiere fühlen sich aber offensichtlich recht wohl und flitzen ständig hin und her. Die Kinder sind glücklich. Mein Mann macht einen auf cool, holt die kleinen Viecher aber verdammt oft aus ihrem Terrain, um mit ihnen zu schmusen. Nur ich bin ein wenig neidisch und schiele manchmal heimlich auf die Tiere samt deren Behausung.

Ich meine, die zwei kommen als letztes in diese Familie und haben definitiv um einiges mehr an Platz als ich. Wenn sie einmal nicht mehr sind, dann richte ich mir das Gehege ein. Ganz für mich alleine!

2 Kommentare zu „Wir haben seit kurzem MehrSchweinchen

  1. Hallo Alva! Jetzt hab ich mir endlich die Zeit genommen, um hier ein bisschen zu stöbern und bin gleich ewig hängen geblieben! Du erzählst eure Alltagsgeschichten auf eine wunderbar entzückende Art und man erkennt sich als Mama immer wieder > Brillen- und Ausmal-Anektoden!! Haha! Herrlich! Macht richtig Spaß zu lesen 🙂
    Ich wünsch euch viel Spaß mit euren neuen Mitbewohnern und finde es im Übrigen klasse, dass die beiden so viel Raum bekommen haben, ihre Füsschen auszustrecken 🙂
    Liebesten Gruß!
    Susanna

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