Junge Oma

Alvas Glitzerschuhbande

Eine der letzten Geschichten handelte quasi von meiner verlorenen Jugend. Doch nicht jeder muss sich mit diesem Problem herumschlagen. Zumindest wenn es um die Optik geht.

Und die Mode hat sich im Laufe der Zeit ja auch verändert. Kein Mensch trägt zum Beispiel mehr sackähnliche Kleiderschürzen. Der Umstand, dass sich Omas nun nicht mehr „omamäßig“ kleiden, führt daher gelegentlich zu Missverständnissen. Vor kurzem war ich mit meinem jüngsten Töchterlein in einem Geschäft und ließ mir ein Blumenkistl zur Seite legen, da ich erst zu Hause ausmessen wollte ob das Teil passte. Die Verkäuferin kam meinem Wusch nach, nachdem sie eine Weile mit meinem süßen Mädchen geschäkert hatte. Ich erwähnte bei der Dame, dass es sein kann, dass meine Schwiegermutter das besagte Kistl abholen kam.

Die Verkäuferin schrieb einen Zettel mit meinem Namen und legte ihn auf das Produkt. Ich ging nach Hause, stellte fest, dass das Teil perfekt war und rief meine Schwiegermutter an, um zu fragen ob sie es auf dem Weg des „Kinderabholens“ mitnehmen könnte.Denn Montag war immer „Omatag“.

Sie ging also in besagtes Geschäft und fragte an der Kassa nach dem Kistl. Zwei Verkäuferinnen die gerade ins Gespräch vertieft waren sahen sie an. Die eine erinnerte sich an den Namen und meinte: „Ja natürlich hab ich das Kistl für sie reserviert. Ich geb es ihnen gleich.“ Sie suchte eine Weile im Kassenbereich und meinte dann zu ihrer Kollegin: “Du, wo ist denn das kleine Blumending hingekommen, das ich für die Dame mit ihrem Baby zur Seite gelegt habe?“

Die zweite Verkäuferin erstarrte und konnte den Blick nicht von meiner Schwiegermutter wenden, während die erste immer hektischer mittlerweile unter dem Verkaufsstand kramte. Die Zweite erwachte aus ihrer Lethargie und meinte: “Das hab ich nach hinten ins Lager gelegt, weil es im Weg war.“ Dann wendete sie sich zu meiner Schwiegermutter und sagte langsam und immer noch seltsam schockiert: „Ich hol es ihnen sofort.“ Und dann fügte sie noch gedehnt hinzu:“ Und ihr Baby haben sie jetzt nicht mit?“ Die zweite Verkäuferin drehte sich um und blickte fragend. Auch meine Schwiegermutter schien vorerst verwirrt, dann zeigt sich Verständnis in ihrem Gesicht und sie lachte los: “Nein,“ sagte sie daher an die Verkäuferin gewandt,“ das Mädchen ist bei ihrer Mutter.“ Und nach einer langen Atempause fügte sie grinsend hinzu: “Meiner Schwiegertochter.“

Tja, das kommt davon liebe Schwiegermutter wenn man mit fast siebz…„hüstel, hüstel“ noch kaum Falten hat und ein Gesicht wie eine Kamee. Dazu noch stilvoll und jugendlich gekleidet und schon tarnt sich die Oma und geht glatt als etwas zu alte Mutter durch. Halleluja. Hoffentlich haben meine Kinder das von ihr geerbt.

 

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