Die große „Ausmal-challenge“

Alva´s Glitzerschuhbande

Oh ja, meine Ideen sind manchmal gut. Und manchmal auch nicht. Aber, dass das Ausmalen mit drei eigenen und zwei Gastkindern einer der weniger guten Einfälle ist, ist vermutlich im Vorfeld schon jedem klar. Nur ich hatte so eine verklärte Fantasie vor Augen. Mit glücklichen Kindern, die je ein kleines Quadrat mit Farbe an der Wand anmalen und dabei lächelnd die Pinsel schwingen.

Wie alles begann:
Da unsere Wände an vielen Stellen in der Wohnung leicht abgenutzt waren, beschloss ich an einem sonnigen, aber kalten Wintertag die Wohnung teilweise zu streichen. Da Ferien waren und ich noch die Kinder einer Freundin bei mir hatte, hatte ich wenigstens viele Kinder, die mir sicherlich schwer begeistert helfen würden. Das war die Idee.

Sobald die zwei Mädchen angekommen waren, packte ich alle fünf ins Auto und fuhr zum Bauhaus. Ich betraute die Großen mit der Aufgabe, auf die Kleinen zu schauen und die Kleinen damit, die Farbe auszusuchen. Alle zeigten anfangs große Begeisterung, als ich mich aber gegen „alle schööööönen Farben“ wie lila, rosa, gold und regenbogenfärbig wehrte, ließ das Interesse schnell nach.

Bei der Auswahl der Pinsel war ich schwer überfordert. Könnte auch daran gelegen haben, dass alle fünf Kinder mittlerweile so Hunger hatten, dass der Hungertod quasi schon mit einem Schritt im Bauhaus stand. Also schnappte ich mir ein Gesamtpaket mit Kübel, Rollen und eine Menge Schwämmen. Eine abwaschbare Farbe in Weiß und eine kleine Flasche lila Zusatz, damit niemand mehr meckerte. Ich könnte die Kinder ja irgendwo einen kleinen Stern an die Wand pinseln lassen.

Zu Hause angekommen bin ich mit Erschrecken draufgekommen, dass ich keine Abklebebänder gekauft hatte, ja das Abkleben der nicht anzumalenden Stellen überhaupt verdrängt hatte. #
Eine kleine Rolle fand ich schließlich in der Abstellkammer. Die Kinder hatten sich in der Zwischenzeit in die Kinderzimmer zum Spielen verzogen. Nur die Jüngste mit ihren zwei Jahren war mit Feuereifer dabei und zog jedes Band, das ich anklebte, enthusiastisch wieder ab mit den Worten: „Pickerl dafst du nich auf Wand leben!“ Ganz klar. Meine Worte. Ich erklärte ihr, dass das heute eine Ausnahme war. Sie fand das toll und klebte nun fleißig mit.
Als ich alles im Vorzimmer abgedeckt und beklebt hatte, holte ich die anderen Mädels. Jede bekam einen Pinsel oder eine Rolle und ich zeigte ihnen genau in welchem Feld sie malen durften. Dann passierte mir ein Kapitalfehler. Ich musste aufs Klo. Als ich wieder zurück war, hatten die Mädels nicht nur das vorgegebene Feld um einiges vergrößert, sie hatten zudem das Interesse verloren und waren wieder verschwunden. Ich malte also mit meiner Kleinen weiter, die dann noch in einem unbeobachteten Moment die Hand in die weiße Farbe tauchte und an der Holzgarderobe samt Kleidung abwischte.
Ich wusch sie, verfrachtete sie laut fluchend ins Kinderzimmer und bat die Großen sie zu bespaßen.

Die Mittleren durften in der Zwischenzeit mit einer selbst gemachten Sternenschablone Sterne an eine kleine Stelle an der Wand malen. Ich begann das nächste Zimmer abzukleben in der Hoffnung, dass die beiden 4-jährigen so lange mit dem Vorzimmer beschäftigt waren, dass ich in der Küche eine Wand streichen konnte. Waren sie auch, weil sie sich selber noch ein wenig lila in die restliche Farbe mischten und alles was ich weiß gestrichen hatte, nun lila eingefäbt hatten. Nun gut, ich habe jetzt ein Lila Vorzimmer. Ich scheuchte alle weg und strich in den restlichen Zimmern nur mehr Teile von Wänden, da ich kein Klebeband mehr besaß. Die Kinder durften inzwischen Fernsehen. Alle.
Im letzten Raum hatte ich auch keine weiße Farbe mehr, darum übermalte ich mit dem Pinsel nur mehr dunkle Flecken ohne jegliches System. Es war mittlerweile finster und da sah das auch ganz ok aus.

Dass ich am nächsten Tag die Stellen alle herausstechen sah, weil im Sonnenlicht das Latex an der ansonsten matten Wand glänzte, musste ich genauso akzeptieren wie, dass ich es war, die ganz am Schluss den Kübel mit lila Farbe umgestoßen hatte, und die Farbe sich um unsere Schuhe schlängelte. Jetzt warte ich bis zum nächsten Mal Ausmalen bis die Kinder außer Haus sind. Ganz außer Haus. Ausgezogen.

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