Kochen für Papas

Eva & Markus‘ Ansichtssache

Markus:

Ich koche sehr gerne. Jedoch nur nach Intuition und leider auch nicht sehr gesund. Ich vermeide Kochbücher und verachte Dampfgarer. Ich liebe es würzig und scharf – am besten gegrillt oder gebraten. Wenn ein Essen eine Geschmacksexplosion im Mund auslöst, ist es meiner Meinung nach gelungen. So – und seitdem ich in Karenz bin, ist das alles vorbei.

In den letzten Wochen, in denen Eva noch zuhause und Herrin der Küche war, wurde ich beim Essen immer öfters aufgeklärt, wie gesund gekocht wird.

Ganz ohne Pfeffer, Salz, E-Stoffe oder sonstige Geschmacksverstärker. Ich war mir sehr wohl bewusst, dass dieser Wink mit dem Zaunpfahl mir galt. Innerlich wurde mir sogar etwas bang, denn ich wusste nicht, wie und was ich in der Karenz jeden Tag kochen sollte. Thailändisch oder meine berühmten Spaghetti al Diavolo konnte ich mir wohl abschminken.

Und gleich am ersten Tag meiner Karenz-Koch-Karriere, traf es mich mit voller Wucht. Ich kochte Nudeln mit Schinken-Käse-Schlagobers-Sauce, wenig gewürzt. Lauter Dinge, die unsere Maus eigentlich sehr gerne aß – einzeln zumindest. Mein Gericht wurde verschmäht und auf den Boden verteilt. Der Einheitsbrei von Hipp wurde bevorzugt und verschlungen. Nacktes Unverständnis machte sich in mir breit. Als ich am Abend unsere Kleine bei Eva verpetzte, wie heikel sie denn sei, wurde mir die Frage gestellt, ob ich auch einen Suppenwürfel in die Sauce gegeben hatte. „Natürlich habe ich das“, antwortete ich, „sonst schmeckt es ja nach gar nichts.“ Augenrollen und ein „für dich vielleicht“ war die Antwort von Eva.

Also habe ich meinen Kochstil von „viel Geschmack“ auf „ohne Geschmack“ umgestellt und siehe da – unserer Kleinen schmeckts jetzt tatsächlich. Das freut den Papa natürlich, der dann jedes Mal zu Mittag der Mama whatsapped, wie viel die Kleine schon wieder von Vaters Hausmannskost vertilgt hat.

Eva:

Das Essen von Markus und mir war vor dem Leben zu dritt pädagogisch nicht sehr wertvoll: Gerne scharf und oft auch Junk. Aber das änderte sich – zumindest bei mir – mit der Schwangerschaft. Ich versuchte mich an die gängigen Empfehlungen zu halten.

Meinen erhöhten Energiebedarf deckte ich also nicht mehr nur mit Schokolade, sondern auch mit einer Extraportion Nährstoffe. Außerdem mied ich gewisse Produkte, da ungesund oder zu gefährlich für unser Baby. Sushi vermisste ich schon etwas, aber sonst war es eigentlich ganz leicht!

Das bewusst-gesunde Ernährungsprogramm zog ich später dann auch bei unserer Kleinen durch. Da ließ ich nichts über uns kommen. Es gab selbstgemachte Gemüse-, Fleisch-, Milch- und Getreidebreie fürs Schlemmermäuschen. Natürlich bio und schonend zubereitet.

Im ersten Jahr kein Salz und Zucker nur dann, wenn er von Natur aus darin vorkam. Das war schon recht anspruchsvoll und meistens eine Mega-Patzerei für einen kleinen Batzen Brei. Aber das war es mir wert.

Ganz so „gesund um jeden Preis“ ist es aber dann doch nicht gelaufen, weil mir Markus natürlich auch immer dazwischen funkte. Er nahm es und nimmt es nicht so genau. Seine Einstellung ist: „Alles mit Maß und Ziel. Ein bisschen schadet nie!“ Das konnte ich doch tatsächlich noch von ihm lernen.

Aber als er in Karenz ging, musst ich tatenlos mitansehen, wie er weiter beim Kochen herum experimentierte. Unsere Zuckerpuppe war gerade mal ein Jahr als er mit ihr die erste Pizza beim Lieferservice bestellte. Dieses Experiment ging aber wortwörtlich in die Hose und war damit gegessen. Seither war er echt bemüht gesund zu kochen und vor allem so, dass es unsere kleine Feinschmeckerin nicht verschmäht. Und mittlerweile isst sie zum Glück fast alles.

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