Zu viele Worte? Ich doch nicht!

Alva´s Glitzerschuhbande

Da mein Geburtstag mit riesigen Schritten heranschreitet, hab ich mir ein paar Gedanken gemacht.

Ich bin schon ein Viertel meines Lebens Mama. Ich bin außerdem seit einem Viertel meines Lebens verheiratet und mit meinem Mann zusammen. Und da fiel mir noch etwas auf. In manchen Bereichen meines Mutterdaseins und meiner Ehe sagte ich seit 10! Jahren dieselben Sätze. Also ein Viertel meines Lebens verschwendete Sätze, die entweder niemanden interessierten oder die gekonnt ignoriert wurden.

Ich war entsetzt. So entsetzt, dass ich am nächsten Tag eine Kehlkopfentzündung hatte und gar nicht mehr reden konnte. Ja, normalerweise glaube ich ja auch nicht daran, dass so eine psychosomatische Krankheit so schnell vonstatten geht. Aber dieses mal war es so. Ich schwöre.

Und als ich da in Stille (also ich war still) am Tisch saß, und meine Kinderlein samt Ehemann beobachtete, bemerkte ich wie viel unnützes Zeug ich oft rede. Also wenn das Stimmliche reduziert wird auf das Wesentliche, weil es beim Reden weh tut, dann kommt man (oder in dem Fall ich) drauf wie oft man einen Satz im Normalfall auch wiederholt. Und wie oft ein Nicken ausreichen würde.

Ich war ob dieses Aha-Erlebnisses wirklich begeistert. Ich nahm mir vor meine Taktik zu ändern. Gut bei meinem Mann und denn immerwährenden Sätzen wie „Würdest du bittte..?…Könntest du bitte..?“ war vermutlich Hopfen und Malz verloren. Hier würde auch eine andere Herangehensweise, so denke ich, nicht den für mich gewünschten Effekt haben. Aber bei meinen Kinder würde es vielleicht funktionieren. Ich wollte versuchen meine Regeln/Bitten/Wasauchimmer anders zu formulieren. Ich wusste nur nicht genau wie. Gut, die Kehlkopfentzündung gab mir einen weiteren Tag Zeit.
Als ich dann stimmlich wieder voll da war, versuchte ich aus den bekannten Mustern auszubrechen. Ich sagte nicht mehr tausend Mal, dass das Spielzeug bitte jetzt weggeräumt werden sollte, sondern erklärte meinen Plan. In Zukunft wird alles nur noch einmal gesagt. Danach würde das herumliegende Klumpert in einem Sack verschwinden und wenn es ein Monat keinem der Kinder auffällt, dass es fehlt, wird es gespendet. Die Kinder fanden die Idee toll, denn, so formulierte es die Große: „Also räumst du weiter auf und die unwichtigen Sachen bekommen Kinder, die sich darüber freuen. Find ich gut.“

„Hä?“ Außerdem hatte auf einmal jedes Teil, das irgendwo herrenlos herumlag angeblich meine Kleinste, die von allen Regeln ausgenommen war, dort abgelegt. Und wenn diese verneinte hielten die großen Beiden zusammen und riefen unisono: „Dann weiß sie es eben nicht mehr. Sie ist ja erst zwei.“ Die Jüngste sträubte sich am Anfang noch gegen die Beschuldigungen, doch am Ende des Tages rief sie schon, als sei es ein Spiel: „Ich wars. Ich da hingelegt.“

Gut, so kam ich nicht weiter. Aber irgendwie fiel mir nichts mehr ein. Ich konnte doch nicht die nächsten 10 Jahre immer noch die gleichen Sätze sagen. Sollte ich es ihnen in Zukunft vorsingen? (Hab ich kurz probiert. Anfangs fanden sie es ganz lustig, aber am Schluss glaub ich hatten sie doch Angst, dass ich jetzt komplett durchknalle. Vor allem als ich bei dem gesungenen Satz: „Willst du noch mehr Kartoffeln?“ eine ungeahnte Höhe erreicht und meine Stimme wieder zu versagen drohte.)
Nun gut ich hatte ja noch Zeit mir etwas Neues zu überlegen. Im Schnitt denke und hoffe ich, habe ich erst so die Hälfte meines Lebens hinter mir. Anders sah das meine Mittlere. Denn es ergab sich folgender Dialog:
„Mama, wie alt wirst du?“
„40.“
Sie nahm ihre Hände und begann zu zählen, während ihr Gesichtsausdruck immer trauriger wurde. Als sie merkte, dass die Finger nicht ganz bis zur Zahl 40 reichten begann sie zu weinen und rief: „Ich will aber nicht, dass du stirbst!“
Aha. Also doch alt. Ich. Nun denn. Mein Vorsatz fürs mein nächstes Lebensjahr. Keine unnötigen Sätze sprechen. Das Schreiben ist da mal ausgenommen. Wo kämen wir denn da hin…

2 Kommentare zu „Zu viele Worte? Ich doch nicht!

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