Rollentausch – Papa ist jetzt Mama oder umgekehrt

Eva & Markus‘ Ansichtssache

Sie ist da. Die Zeit, die sich Papa schon so sehnlichst herbei gewünscht und Mama schon ein bisschen gefürchtet hat. Die Zeit, in der Mama und Papa ganz plötzlich, von einem Tag auf den anderen die Rollen tauschen. Die Frage, die ich mir, als ihre einjährige Tochter jetzt stelle: Soll ich jetzt zu Papa Mama sagen? Mir ist es aber eigentlich ganz gleich.

Das sagen die beiden nach der ersten Woche Rollentausch:

Aus Mamas Sicht:

Ein sehr aufregendes Jahr ist um! Und es ging alles so wahnsinnig schnell. Klar, war dieses Jahr nicht nur Honiglecken, aber die vielen schönen Momente überwiegen eindeutig! Und jetzt – glaubt es mir oder nicht – freue mich ganz wahnsinnig auf das was kommt: Meine Arbeit! Nach ein paar äußerlich dringend notwendigen Veränderungen (neue Frisur, Jeans statt Jogginghose, Hand- statt Wickeltasche, Make-up statt eingetrocknetem Brei …) fühle ich mich so was von bereit für die kommende Herausforderung. Und ich muss zugeben, mir taugt die Zeit in der Arbeit jetzt schon extrem. Ich genieße es wieder nur „ich“ sein zu können, aber ich freue mich auch am Abend ganz verrückt auf meine kleine, süße, schnuckelige Zuckerpuppe. Ich vermisse sie schon, aber – ganz ehrlich – ich halte es gut aus. Ich weiß, sie wird von Markus besonders liebevoll umsorgt und ich weiß, sie genießt den Tag mit ihm (fast) genauso wie mit mir. Selbstverständlich habe ich Markus auch noch ein paar „Tipps“ mit auf den Weg gegeben, zum Beispiel: „wie er, meiner Meinung nach, die Wäsche richtig waschen sollte“ oder „was er, meiner Meinung nach, der Kleinen über den Tag zu essen geben sollte“. Er nickte dazu nur freundlich und macht es vermutlich, wie er will und das passt dann auch.

Es gibt Null Gejammer, wenn ich das Haus verlasse. Die Kleine winkt, lacht und spielt dann weiter. Ein bisschen packt mich da schon die Wehmut, aber in Wahrheit könnte es gerade nicht besser laufen.

Sie ist glücklich mit Papa und ich brauche kein schlechtes Gewissen haben, weil ich in der Arbeit sitze und es genieße. Für mich also, ein sehr gelungener Rollentausch.
Aus Papa Sicht:

„HALLO“ aus meiner Karenz! Endlich kann ich zuhause bleiben und auf unsere kleine Maus aufpassen. Sie bekommt jetzt das volle 24-Stunden-Papa-Rundum-Paket. Ich habe Nachtdienst, wechsle (echt viele) Windeln, versuche täglich etwas halbwegs Gesundes zu kochen und singe unsere Kleine in den Schlaf, den sie sooo gut zu verhindern weiß.

Das sind jetzt meine Herausforderungen, die mir aber gar nichts ausmachen, denn es gibt ganz viele Sonnenseiten. Ich kann mit ihr spielen, um den See spazieren, Enten füttern und ihr Quietschen hören, wenn sie durchs Laub stolpert. Ich genieße die intensive Zeit mit ihr und möchte keine Sekunde davon missen. Auch wenn ich an dieser Stelle gestehen muss, dass Oma bereits in der ersten Woche meiner Karenz, zwei Tage lang zu Besuch war. Aber die beiden Mädels verstehen sich prächtig – warum sollte ich da auf erfahrene Unterstützung verzichten?! Zudem bin ich auch noch immer ihr „Kleiner“ und sie ist mit einem Schlag die Mutter und Oma, die gerne für ihr Kind und Enkelkind kocht, wäscht und putzt. Eva wirft mir dann schon manchmal vor, dass ich das nicht verlangen soll. Aber ich verlange es ja auch nicht – sie macht das ja wirklich gerne!

Und nachdem es zuhause und auch bei Eva in der Arbeit gut läuft, wird meine Art die Dinge zu regeln, dann doch geduldet. Es tut uns beiden gut, aus dem Alltag auszubrechen und wieder etwas anderes zu erleben!

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