Barbara…äh kennen wir uns nicht???

Alvas´Glitzerschuhbande

Ich habe eine unbeabsichtigte Ignoranz gegenüber Prominenten (sofern ich welche kennen lerne). Es ist aber nicht Neid, der mich so reagieren lässt, oder Unsicherheit sondern schlichtweg Unwissenheit.

Zum Teil basiert diese Unwissenheit darauf, dass ich aus Zeitmangel und Desinteresse keine Klatschblätter lese. Und was erschwerend hinzu kommt ist, dass ich mir Namen und Gesichter nicht besonders schnell merken kann. Klar heimische Politiker, ob Sympathieträger oder nicht, sehe ich so oft von irgendwo auf mich herablächeln, dass ich sie schon zuordnen kann. Aber bei anderen Prominenten muss mir jemand schon auffallend sympathisch sein (wie z.B. Miriam Hie) um sich in meinem Gedächtnis einzuprägen.

Darum war es auch besonders frustrierend für eine junge Dame, die ich unlängst kennengelernt habe, sich mit mir zu unterhalten. Sie war nämlich eine, mir bis dato unbekannte, österreichische Bestsellerautorin. Bei Autoren tu ich mir ja doppelt schwer. Denn wenn sie kein Namensschild umgehängt haben, wie sollte ich da wissen, wer vor mir steht.

Wenn ich ein Buch lese, dann weiß ich selten wie die Person dahinter aussieht. Und wenn schon ein geraumer Zeitabstand zu dem gelesenen Buch vorhanden war, würde auch das Schild vermutlich nichts nützen.

Auf alle Fälle hat mir diese Autorin in 20 Minuten ca. 50 Namen hingefetzt. Immer untermauert mit: „Dem Hmmm, den man ja in der Szene kennt“ oder „ der Sowieso, der mich nachher zum Essen eingeladen hat, dem gehört das Dings“ und „bei der Talkshow als der Moderator X, übrigens ein guter Freund von mir“…
Ich nickte höflich, doch das Erkennen der genannten Personen blieb in meinen Reaktionen merklich aus.
Als sie zweifelnd nachhakte: „Kennst du nicht?“ und dann schon etwas verzweifelt nachsetzte: „Weißt schon?“, zuckte ich entschuldigend mit den Achseln. Irgendwann verließ sie daher das Terrain „wer kennt wen“ und unterhielt sich mit mir über ihr Buch und ihre Projekte. Und ich war begeistert. Sie war eine wirklich interessante und tolle Frau auch ohne, dass sie jemanden kannte, den ich nicht kannte und den man aber kennen sollte.

Nicht zu wissen wer vor einem steht, wenn derjenige berühmt war, konnte auch ungemein lustig (für alle anderen) und gleichzeitig peinlich (für mich) sein.

Denn nur mit viel Mühe konnte mich mein Mann davon abhalten, in der Schule meiner Tochter, beim Tag der offenen Tür, auf die gut aussehende, wohlwollend lächelnde, dunkelhaarige Frau loszustürmen und sie zu fragen, woher wir uns denn kannten. Auf dem Weg zu ihr hatte ich einen Geistesblitz und ein Bild vom Krankenhaus schob sich in meine Gedanken. Darum erzählte ich meinem Mann während ich weiter Richtung dieser Person hastete, um sie nicht zu versäumen, und er hinter mir her, dass es mir soeben eingefallen war. Diese Dame musste mit mir im Krankenhaus im selben Zimmer gelegen haben, als mein großes Töchterlein geboren wurde. Und gerade als ich bei der Frau angelangt war und sie darauf ansprechen wollte, riss mich mein Mann an der Hand zurück und flüsterte mir leise und eindringlich ins Ohr: „Das ist Barbara Wussow.“ Und als die von ihm erwartete Reaktion bei mir ausblieb, schüttelte er genervt den Kopf und zischte: „Die kennst du vom Fernsehen.“ Ich starrte ihn lange an und ließ das gehörte sickern. Echt? Ahhhh! Eine Schauspielerin? Dabei konnte ich mich an die Szene mit ihr im Krankenhaus doch so lebhaft erinnern. Ja, aber jetzt wo ich darüber nachdachte, kamen darin weder meine Tochter noch ich vor. Verstehe, verstehe…

Bild: Susanne Binder

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