Die Pubsertät

Alva´s Glitzerschuhbande

Manchmal läuft bei uns zu Hause die „stille Post“. Nein, wir spielen nicht „stille Post“, sondern sie „passiert“ einfach. Unlängst fragte mich meine Große aufgrund eines Liedtextes, was das Wort „Pubertät“ bedeute.
Ich erklärte es ihr, so gut ich konnte. Ich redete von dem „Erwachsenwerden“, das nicht so einfach ist. Von den Hormonen. Und von den unvermuteten Gefühlsausbrüchen, die schon einmal (ja genau, einmal! Ha, ha!!) vorkommen können. Nachdem meine Tochter neuerdings in einer Phase steckte, in der sie auch des Öfteren unkontrollierte Gefühlsausbrüche hatte, fragte sie mich ob es denn das schon war. Ich sagte ihr, dass die Pubertät meist nicht mit 8 Jahren begann, aber dass es eine Art Vorpubertät tatsächlich gab. Und um das Thema schnell abzuhaken, weil gerade die Jüngste vom Sessel gefallen war und weinte, fügte ich rasch und abwiegelnd hinzu, dass ich aber glaubte, dass ihre Heulattacken im Moment eher auf das Ende der Ferien und den herannahende Schulbeginn zurückzuführen waren. (Zumindest waren das die Beweggründe für meine derzeitige Laune). Sie begnügte sich vorerst mit dieser Antwort.

Nach einer Weile kam sie dicht gefolgt von ihren kleineren Schwestern wieder in den Raum und fragte: „Wenn ich diese Vorpumpertät habe, krieg ich sie dann später nicht?“ Ich konnte mir ein Lachen nicht verhalten. Ich sagte: „Schatz, das Wort heißt anders und ist ja keine Krankheit.“ Ihre mittlere Schwester nickte und brüllte: „Ha, ha, ich weiß es. Ich habe es mir gemerkt, das richtige Wort. Bitte darf ich´s sagen!? Es heißt Vorpopotät.“ Stolz blickte sie in die Runde. Ich lachte noch mehr. Die Jüngste drehte sich im Kreis und sang: „Pupsertät, Pupsertät!“ Wie sollte ich jemals ernste Antworten geben auf ernste Fragen, wenn sich diese als Slapstick tarnen?!!

Und außerdem werden die drei immer schlagfertiger. Richtig aufpassen muss man, was man sagt. Ich habe sie unlängst (klar liebevoll, aber doch in einer Situation in der sie mich ordentlich reingelegt hatten) als „kleine Kröten“ bezeichnet. Worauf meine Älteste meinte. „Tja, Krötenmama, die kleinen dieser Tiere sind wenigstens noch niedlich, aber die dicke große Kröte…“.

Wo sie recht hat. Also keine Tiernamen mehr. Denn als ich zu meiner Jüngsten einmal sagte: „Du bist aber eine kleine Laus.“ Drehte sich die Mittlere zu ihr um und sagte: „Läuse sind das Ekelige, das es manchmal in der Schule gibt. Da wo die Mama dann immer panisch unsere Köpfe anschaut. Also ich glaub nicht, dass die jetzt etwas Nettes zu dir gesagt hat.“ Diese Szene hatte Erklärungsbedarf. Tja, kluge Kinder sind ein Segen. Meistens;-)

Bild: Susanne Binder

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