Spieglein, Spieglein, wo warst du?

Alva´s Glitzerschuhbande

Nun jetzt ist es ja nicht so, dass ich mir absichtlich vornehme ein paar Kilos zuzunehmen, oder nicht zum Frisör zu gehen oder gar mich unpassend zu schminken. Nur manches passiert eben ganz von selbst.

Zum Frisör komme ich tatsächlich selten, weil es mit drei Kindern nicht so spaßig ist, sich dem Prozedere von „Waschenschneidenföhnen“ hinzugeben. Und mir extra dafür einen Babysitter nehmen. Dafür ist es mir nicht wichtig genug.
Das Problem hat sich neuerdings von selbst gelöst denn unser Kindermädchen (Hört sich fantastisch an, vor allem wenn das Wort meine Kinder benutzen. Tatsache ist, sie war dieses Jahr genau zweimal bei uns…), also unser Kindermädchen ist auch oder eigentlich hauptsächlich Frisörin. Sie schnippelt nun zwischen dem Basteln, spielt während der Einwirkzeit der Farbe und föhnt während ich koche.

Warum ich aber manchmal zu viel Farbe auf meine Backen auftrage? Tja, das passiert morgens mit meiner denkbar schlechten und unvollständigen Badezimmerbeleuchtung. Auch hab ich einmal in der Eile nur ein Auge mit Wimperntusche verschönert. Als ich im Auto saß, sah mich mein Mann von der Seite an, lachte und sagte: „Ist dein eines Auge heute größer oder hast du absichtlich nur das angemalt, das zur Fensterseite zeigt, damit dich die anderen Autofahrer nicht ungeschminkt sehen?“

Gewiss könnte man die fehlenden drei Glühbirnen bei Gelegenheit wechseln, aber nachdem ich mich geschminkt habe, schaue ich mich ja den ganzen Tag nicht mehr in den Spiegel, somit vergesse ich das Glühbirnendilemma in der Sekunde in der ich das Badezimmer verlasse. Und die Gelegenheit ist nie. Außerdem ist es auch ganz nett nicht gleich in aller Herrgottsfrühe so schonungslos ausgeleuchtet zu werden…

Dass ich mich zusätzlich neulich zum absoluten Deppen gemacht habe, ist eine andere Geschichte. Ich war auf dem Weg in die Schule um meine Große abzuholen. Weil ich noch ein wenig Zeit hatte und meine Tochter im Wagerl eingeschlafen war, nutze ich es aus noch in ein paar Geschäfte zu gehen und einzukaufen. Und ja, mir ist der konsternierte Blick der Verkäuferin in der Drogerie aufgefallen. Ich dachte sie war vielleicht erstaunt über die Unmenge an Küchenrolle, die ich da zur Kassa schleppte. Und möglicherweise hat mich im Lebensmittelgeschäft der Lehrling mit offenem Mund eine Weile angestarrt. Aber auch dem maß ich noch keine großartige Bedeutung bei.
Außerdem war ich viel zu müde um da irgendwelche Zusammenhänge mit meinem Äußeren zu konstruieren. Als ich aber dann vor der Schule auf meine Tochter wartete, und ein paar Mütter die abseits von mir standen zu tuscheln anfingen, wurde es mir doch etwas mulmig.

Zum Glück kam meine Tochter bald darauf aus der Schule gestürmt. Sie starrte mich entsetzt an und rief: „Das ist nicht dein Ernst oder??? Willst du jünger aussehen oder ist das unabsichtlich passiert?? Schnell weg bevor dich meine Freunde sehen!“ Ahnungsvoll griff ich auf meinen Kopf und erstarrte in der Bewegung. Ein peinliches Stöhnen drang aus meinem Mund. Tatsächlich! Ich hatte nicht wie ich fälschlicherweise angenommen hatte eine Sonnenbrille im Haar stecken. Ich hatte den Haarreifen, den ich mir beim morgendlichen Schminken in die Haare gesteckt hatte noch auf dem Kopf. Den von meiner vierjährigen Tochter. Den Liebling unter den Lieblingen, den fünf riesige, rosa Plastikblumen, in einem Kranz angeordnet, zieren. Oh mein Gott, ich musste ausgesehen haben wie eine Verrückte. Ich nahm das Ding schnell ab. Und nach einer „Schockweile“ konnte ich sogar darüber lachen. Und wie ich lachte. So laut, dass meine Tochter meinte der Haarreifen würde nun doch gut zu mir passen.

Dennoch beschäftigte mich den ganzen Heimweg und auch zu Hause eine essentielle Frage: „Dachten die Verkäuferin und der Verkäufer in dem Geschäft tatsächlich, dass dieses Ungetüm auf meinem Kopf mein Ernst war? Und die Mütter, die mich ja auch beinahe tagtäglich sehen und des Öfteren mit mir „smalltalkten“. Kam da keine auf die Idee, dass es sich hier um ein Versehen gehandelt haben muss??“
Da kann ich nur sagen, jetzt kann ich anziehen was ich will und aussehen wie ich will. Denn ist der Ruf erst ruiniert……

Bild: Susanne Binder

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