Summ, summ, summ Bienchen flieg nicht bei mir herum!!!

Alva´s Glitzerschuhbande 

Sie ändern sich ständig die Tierphobien meiner Töchter. Die Mittlere wird gerade sehr cool. Sie beobachtet mich in Situationen mit Tieren genau, wie ich reagiere. Und ist meine Reaktion mäßig bis nicht vorhanden, ignoriert sie das herangeflogene, herangelaufene oder herangekrabbelte Tier komplett und spielt weiter. Meine Kleinste hat neuerdings dafür panische Angst vor allem was fliegt. Und sie ist die Einzige, bei der ich sagen muss: Das hab definitiv ich verk*****. Und zwar so richtig.

Fürs Protokoll: Ich hasse Insekten und alles was fliegt und krabbelt. Aber trotzdem rette ich, wenn meine Kinder zusehen, todesmutig (so finde ich) alle Tiere. Nicht nur um zu zeigen, dass ich keine Angst habe, nein, sondern um zu demonstrieren wie furchtlos, frei von jeglichem Ekel und „so weiter“ ich bin. Im Urlaub trage ich die fettesten Käfer und Spinnen von für sie gefährlichen Stellen weg, nur um ein gutes Vorbild abzugeben. Doch muss ich mich, bevor ich mich durchringe die Tiere zu berühren und hochzuheben, immer sammeln und kurz tief durchatmen. Und diese, so dringend benötigte Zeit hatte ich nicht, als sich eine Erdwespe in der Sandkiste einen Zentimeter neben dem Auge meiner Jüngsten niederließ. Anstatt ruhig das Vieh zu verscheuchen hab ich in der Sekunde panisch losgeschrien, wild herumgefuchtelt und, in meiner Unkoordiniertheit und dem Versuch das fliegende Tier zu treffen und wegzuschießen, meiner Tochter unabsichtlich eine Watsche gegeben. Was hat die gebrüllt. Natürlich komplett zu recht. Und der „Pawlowsche Effekt“ ließ auch nicht lange auf sich warten. Fliegendes Tier=komplett hysterische Mutter=Watsche ins Gesicht. Dass ich sie danach ewig lange getröstet und gekuschelt habe, das hat sich nicht ins Gehirn verankert. Blöd. Ich hoffe es vergeht wieder. Sonst spar ich schon mal für die benötigte Therapie wenn sie groß ist. Denn nun schreit sie schon völlig panisch „Fliege husch, husch“, wenn wir uns die Schuhe anziehen, um in den Garten zu gehen.

Aber die „Fliegenpanik“ hat auch meine Größte. Und bei der ist mir nie so ein Fauxpas passiert. Wenn eine Obstfliege durchs Zimmer tuckert, schreit sie als hätte der Hunnenkönig zum Angriff geblasen. Im Urlaub am Pool wurde bei jeder sich nähernden Wespe gebrüllt als gäbe es kein morgen, dicht gefolgt von einem Kopfsprung ins Wasser ohne Rücksicht auf andere schwimmende Gäste im Becken. Da es in diesem Sommer viele Wesen gab, wiederholte sich die Szene an die 40 Mal. Pro Poolgang!! Die anderen Badegäste waren anfangs noch irritiert und folgten mit schreckensgeweiteten Augen meiner Tochter, um zu sehen was denn passiert war. Irgendwann gewöhnten sie sich aber an das „Im Minutentakt wegen nix kreischen“ und „Hilfe ich hab Angst – Geschrei“ und beides wurde spätestens am dritten Tag zur Normalität. Keiner sah mehr von seiner Urlaubslektüre auf oder zuckte auch nur mit der Wimper.

Ich kann ja nur sagen: „Zum Glück ist dieser dumme, kleine, arme Skorpion erst am letzten Tag unseres Urlaubs im Pool ertrunken. Wäre das am ersten Tag passiert, wäre mein Töchterlein sicher nicht mehr ins Wasser gesprungen. Nur wohin wäre sie dann vor den Spinnen, Gelsen, Fliegen und Wespen geflohen?“

Bild: Susanne Binder

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