Tante Susis Geschichten

Alva´s Glitzerschuhbande 

Meine Kinder lieben die Tante Susi. Ich auch. Sie ist lieb, freundlich, geduldig und mit ihr Zeit zu verbringen ist toll. Daher jubelten meine Großen auch, als wir unlängst zu meinem Bruder und seiner Frau mit dem Zug zu Besuch fuhren. Nur wir vier „Mädchen“. Alles verlief reibungslos, die Zugfahrt kam meinen Kindern sehr kurz vor, (mir nicht) und das Baby schlief die meiste Zeit.

Als wir ankamen, war ich abgemeldet. Es hieß nur noch „Tante Susi“, „Tante Susi“, eventuell ihr Sohn wurde noch namentlich bedacht. Mein Bruder und ich waren vergessen. Auch am Abend, als es zum Bettgehen wurde, krähten meine Großen unisono: „Bitte die Tante Susi soll vorlesen und uns ins Bett bringen.“ Nun muss hier angemerkt sein, dass wir bei meinem Bruder alle vier in einem riesigen Bett schlafen und ich immer noch so lange bei den Kindern bleibe, bis sie schlafen. Das kann schon einmal fünfzehn Minuten dauern, geht aber normalerweise recht geschwind, weil sie vom Tag müde sind.

Tante Susi ging also mit meiner Meute (das Baby schlief schon wieder) ins Zimmer und kam nicht mehr raus. Anfangs hörten wir noch Gelächter und Gequatsche, doch irgendwann war es sehr still. Sehr lange. Niemand kam heraus. Auch Tante Susi nicht. Zuerst dachte ich, sie wäre vielleicht eingeschlafen, aber da ich ein Flüstern vernahm, ging ich nachschauen, um die Tante zu „erlösen“. Da lagen meine Kinder mit riesigen Augen im Bett und waren sichtlich erleichtert mich zu sehen. Aus einem Impuls heraus fragte ich, ob ich übernehmen sollte und beide Mädchen nickten heftig.

Als Susi das Zimmer verlassen hatte, fragte ich meine Große, was denn passiert war. Diese schluckte und erzählte, dass Tante Susi eine Geschichte erzählt hat mit Trollen und die wohnten in Höhlen und kamen nachts raus und streuten was in den Bauchnabel. UND: dass Susi tatsächlich schon einmal so einen gesehen hatte. Dazwischen rief die Kleinere und Mutigere der Beiden immer mal wieder Schlagwörter wie: „Trolle“ und „Glitzer“. Keine Frage, mein Älteste hatte Angst. Als ich die Mittlere fragte, ob es ihr auch so ging, antwortete diese herrlich unaufgeregt: „Eigentlich nicht, aber die Geschichte war blöd.“ Nach einer langen Weile in der ich hundert Mal beteuerte, dass auch Susi nie so einen Troll gesehen hatte, schliefen endlich beide ein.

Als ich daraufhin lachend meiner Schwägerin erzählte, wo das Problem gewesenen ist, meinte sie, sie habe noch versucht „umzudrehen“ als sie gemerkt hat, dass sich beide Kinder fürchteten, aber es war zu spät. Ja, so geht es mir auch immer mal wieder und wieder und wieder…

Ab sofort wird „Tante Susi“ alias Susanne Binder selbst zu Papier und Stift greifen und Alva´s Geschichten gelegentlich mit zauberhaften Zeichnungen schmücken.

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