Die ersten Tage zu Dritt

Eva & Markus´ Ansichtssache

Eva:

Auf der Geburtenstation starteten wir in unser neues Lebensglück. Die drei Tage dort waren gut, um sich einzugewöhnen. Ich nehme an, ein bisschen nervös und unbeholfen sind fast alle Eltern zu Beginn. Kein Wunder! Dieses kleine, noch ganz zerknautschte Wesen sieht so zerbrechlich aus und ist völlig auf einen angewiesen – Das macht schon mega Bauchkribbeln! Deswegen versuchte ich auch nicht zu schmunzeln, als der Mann meiner Zimmerkollegin beim Anziehen seines Sohnes sichtlich verzweifelte. Er hielt den Body in die Höhe, drehte ihn in alle Richtungen, schaute auf das Baby, dann auf seine Frau und meinte: „Ich weiß nicht wie ich ihm DAS anziehen soll?!“ Als Jungmami konnte ich hier gut mit ihm fühlen. In diesen ersten Tagen gibt es viele „Erste Male“. Und auf diese Ersten Male folgen viele weitere Erste Male. Gerade in den ersten Wochen lernen die kleinen Wunderkinder unheimlich viel Neues und wir Eltern müssen lernen, uns auf das Neuerlernte einzustellen.
Aber soweit waren wir noch nicht. Jetzt musste ich erstmal lernen unsere Kleine zu stillen. Leichter gedacht als getan. Unser Prinzesschen verlor an Gewicht. Bis zu 10 % des Geburtsgewichtes „dürfen“ Babys in den ersten Tagen verlieren. Ahhh!! Es wurde knapp. Am dritten Tag konnten wir trotzdem heim. Die Milch schoss ein und unsere Zuckermaus nahm fleißig zu. Wir lieben jedes Gramm an ihr 😉

Markus:

Die Zeit nach der Geburt, in der meine Mädels im Krankhaus waren, kam mir wie eine kleine Ewigkeit vor. Es waren zwar nur 3 Tage, aber gefühlt handelte es sich um Wochen. Sobald ich das Krankenhaus, immer am Ende der Besuchszeit für Väter, verlassen musste, wusste ich nicht, was ich mit meiner Zeit anfangen sollte. Ich kam mir hilflos vor und fragte mich andauernd, wie es wohl unserer kleinen Maus ging. Jeden Tag trottete ich widerwillig aus der Kinderklinik, staunte dann jedes Mal aufs Neue über den hohen Betrag, den ich für das Parkticket zahlte, ärgerte mich kurz und bekam darauf hin riesen Hunger. Denn Männer werden nicht nur ausgesperrt, sie bekommen auch nichts zum Essen im Krankenhaus. Und wenn die Jungmama etwas von ihrem leckeren Menü überlässt, dann müssen Väter den Rest möglichst schnell hinunterschlingen, bevor eine Krankenschwester kommt und dich mit vorwurfsvollen Blicken durchlöchert. Denn schließlich brauchen Jungmütter genug Nahrung, denn sonst kommt keine Milch. Und indirekt bist dann du Schuld, wenn deine Tochter abnimmt und deine Frau erledigt ist. Zumindest kam es mir so vor. Zweifel, die ich tagtäglich mit abendlichen Big Macs und Cola hinunterspülte. Anschließend fernsehen bis die Augen tränten und dann von selbst zufielen. Endlich ein neuer Vormittag! Ich darf wieder rein! Papa is back und heute nehme ich meine Mädels mit nachhause. Schlussuntersuchung bei der allmächtigen Ärztin, die über die Entlassung entscheidet. Unsere kleine Maus wird in alle Himmelsrichtungen gedreht und auf unseren gemeinsam erklärten Feind, die Waage, gelegt. Sie ist mit dem Gewicht an der Untergrenze. Blöde 10%-Regel. Wir fahren heim! Gott sei Dank sieht das auch die Ärztin so 🙂

3 Fragen, 6 Antworten

Was ratet ihr jungen Eltern in der Anfangszeit?
Eva: Lest nicht zu viele Elternforen – Die machen einen schnell wahnsinnig. Vertraut auf die eigene Intuition und fragt beim Kinderarzt oder der Hebamme nach, wenn ihr unsicher seid.
Markus: Lasst euch von den oft sehr unterschiedlichen Meinungen von Bekannten, Krankenschwestern, Hebammen und Ärzten nicht verunsichern.

Wie waren die ersten Tage zu Dritt?
Eva: Schön, aber anstrengend. Gerade am Anfang waren wir im 24h-Dauerbetrieb: Aber es pendelt sich ein und ja, es wird leichter! 😉
Markus: Unglaublich schön. Von da an drehte sich alles um unsere kleine Maus.

Was darf zuhause nicht fehlen?
Eva: Bodys, Windeln fürs Baby, Binden und Schokolade!
Markus: Ein Flascherl und HA-Nahrung für Säuglinge, sollte etwas mit dem Stillen nicht klappen. Eine Babydecke ist auch sehr hilfreich.

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