Turnschuhe & Co

Alva´s Glitzerschuhbande 

Es ist kein Geheimnis, dass mir immer wieder davor graut mit meinen Kindern Schuhe kaufen zu gehen. Während die Jüngste die größte Freude damit hat, mir ständig von allen Stapeln an Kartons den Untersten herauszuziehen, bringt mir die Mittlere alle Schuhe die ihr gefallen und die sie gerne hätte. Und das sind fast alle, immer ein Ausstellungsstück, egal welche Größe und ob kindergeeignet oder nicht. Sie hat schon so viele, auch von Freundinnen oder der größeren Schwester, dass ich sie alle nie und nicht mehr auf ein Foto bringen würde. Meine Größte dagegen schüttelt bei jedem Paar, das ich ihr zeige den Kopf oder sie stellt sich beim „Hineinschlüpfen“ so ungeschickt an, dass ich verzweifle. Und die Verkäuferinnen ebenso.

Ich mag ja nicht einmal selber Schuhe kaufen, weil mich die Anzahl und Auswahl schlichtweg überfordert. Im Gegensatz zu meinem Mann. Der liebt Schuhe. Darum habe ich ein paar wenige Paare und er füllt mit seinen Schuhen gut und gerne drei Schränke. Das ist auch der Grund, warum ich manchmal meinen Mann bitte, mit den Größeren oder gar nur mit einem Kind Schuhe kaufen zu gehen. Und die Kinder freuen sich drauf. Die Mittlere weiß genau, selbst wenn sie nichts benötigt, wenn sie ihren Papa mit den großen Augen nur lange genug anschaut und anlächelt, fällt für sie auch ein Paar ab, oder wenigstens neue Hauspatschen. Und die Große weiß, der Papa ist geduldiger als die Mama. 

Als ich ihn also unlängst mit der Aufgabe betraute, Turnschuhe für unsere Größere zu kaufen zogen alle zufrieden ab. Baby und ich machten uns einen gemütlichen Nachmittag.

Nach drei Stunden kam die Meute nach Hause. Hochzufrieden. Zumindest teilweise. Die Mittlere hatte ein neues Paar Glitzerfunkelturnschuh bekommen und war begeistert. Mein Mann war ziemlich ko, weil die Große so einen „außergewöhnlichen“ Geschmack hat, aber sie sind fündig geworden und haben sogar zwei Paare ergattert. Eines davon stark verbilligt.

Stolz zeigte sie mir das Erste. Goldglänzend, zum Schnüren und recht schick. Sie stolzierte zufrieden auf und ab. Ich verlangte nach dem zweiten Paar. Das Mädchen stockte kurz, brachte die Schuhe herein, schwenkte sie blitzschnell vor meinen Augen herum und wollte den Raum wieder verlassen. Doch ich war schneller und zog sie ahnungsvoll an mich heran. Nach einem kurzen Blick auf die Schuhe verzog ich finster das Gesicht und sagte zu meinem Mann. „Mit den Schuhen kann sie aber nicht in die Schule.“ Mein Mann zog die Stirn in Falten. „Warum?“ Ich legte den Kopf leicht schief. „Hat Zwetschke sie denn probiert.“
„Jaha.“
Ich zog eine Augenbraue hoch. „Und dir ist nicht aufgefallen, dass sie ein wenig komisch läuft.“
Er wusste immer noch nicht worauf ich hinaus wollte. „Na, vielleicht sind sie ein bisschen zu groß..“
„Die sind nicht zu groß, die haben einen Stöckel.“
Mein Mann sah mich an als hätte ich den Verstand verloren, nahm einen Schuh in die Hand und drehte ihn. „Die haben doch keinen Stöckel! Wo soll denn da ein Stöckel sein?“

Mein Kind, das auffallend still und mittlerweile auch tiefrot im Gesicht geworden war, sah mich mit großen Augen an. Ich fragte sie direkt. „Ist dir denn aufgefallen, dass du mit den Schuhen größer bist?“

„Na schon ein bisschen“, antwortete sie verlegen. Mein Mann der mich immer noch verärgert anstarrte und dabei den Schuh drehte, wollte gerade etwas sagen, ehe ich abwinkte und ihn aufklärte, dass bei Plateau-Schuhen der Stöckel auch innen sein kann. In diesem Fall satte sechs Zentimeter. Warum dieser Kinderschuh wohl so stark verbilligt war?

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