Der Tag der Geburt

Eva & Markus´ Ansichtssache

Eva:

Ich blieb solange zuhause bis Markus es nicht mehr aushielt. Um 16:00 Uhr sind wir ins Krankenhaus gefahren. Es folgten einige Wehen im Auto, in der Tiefgarage, im Lift und am Gang des Krankenhauses. Nach der Anmeldung hängten sie mich noch mal an den Wehenschreiber. Markus kaschierte seine Nervosität indem er mich über meinen Wehenverlauf laut CTG auf dem Laufenden hielt. Er: „Diese war jetzt nicht so stark wie die davor…!“ Ich: „Danke! Ich hab’s gespürt. Können wir jetzt über etwas anderes reden?“ Alles klar 😉 Da der Muttermund schon weit offen war, kamen wir gleich ins Kreißzimmer. Und das war gut so, denn um 18:22 war unsere Maus dann schon auf der Welt. In dieser Nacht habe ich auf der Geburtenstation kein Auge zugetan. Ich musste dieses Wunder die ganze Nacht betrachten.

Markus:

Ich schlafe grundsätzlich wie ein Stein. Doch am 11. November um ca. 5 Uhr früh hoben mich schleichende Schritte und ein leises Stöhnen aus dem Bett. Eva war wach und ging im Zimmer herum. Sie hatte Wehen. Ich wäre am liebsten gleich ins Krankenhaus gefahren. Das Kind konnte jederzeit kommen. Doch sie beruhigte mich und versicherte mir, dass alles in bester Ordnung sei. Schwer zum Überzeugen, schlief ich gleich wieder ein. Ein paar Stunden später ging ich daher wie gewohnt zur Arbeit. Meine stündlichen Kontrollanrufe zuhause, wurden als unnötige Besorgnis abgetan. Um 15 Uhr schickten mich meine Arbeitskolleginnen nach Hause, weil ich mit dem Kopf sowieso wo anders war. Daheim angekommen, erzählte mir Eva, dass sie jetzt plötzlich alle 5 Minuten Wehen hatte. In mir schrillten die Alarmglocken. Das war die Deadline, von der ich im Geburtsvorbereitungskurs gehört hatte. Auf eindringliches Drängen meinerseits, schnappten wir uns also die vor Wochen gepackte Tasche und ab ins Krankenhaus. Jetzt ging es Schlag auf Schlag. Um 16 Uhr waren wir im Spital angekommen, dann Aufnahme und gleich zum Wehenschreiber, der mich stark an einen Seismografen erinnerte. Ich wusste genau, wann Eva eine Wehe hatte und wie stark diese war. Das teilte ich ihr auch voller Enthusiasmus mit, bis sie mich höflich bat, das zu unterlassen. Dann ging’s in den Kreißsaal und um 18:22 war unsere wunderschöne Tochter geboren. Meine Tränensäcke waren randvoll. Ich war erledigt aber überglücklich.

3 Fragen, 6 Antworten

Wie habt ihr die Geburt erlebt?
Eva: Sie war anstrengend, aber unkompliziert und alles ging recht flott.
Markus: Die Geburt war intensiv, laut und unglaublich. Ich bewundere Hebammen.

Wie fandet ihr den Kreißsaal?
Eva: Er war sicher schön, aber ich hatte gar nicht so richtig Zeit mich dort genauer umzusehen.
Markus: Ich hätte mir viel mehr Metall und Chrom erwartet. Der Raum war eher wie ein Wohnzimmer, nur mit etwas gewöhnungsbedürftigen Turngeräten.

Habt ihr einen Tipp für Eltern, die den großen Tag erst vor sich haben?
Eva: Nicht zu früh und nur mit leichtem Gepäck ins Krankenhaus fahren.
Markus: Überlasst der Frau das Kommando.

 

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